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Mainz Athletics vs. Heidenheim Heideköpfe 5:9 und 7:6 (12)
Heideköpfe mit Split in der Mainzer Hitzeschlacht

von Matthias Slovig

Es war, als wollte dieses altehrwürdige, aber in die Jahre gekommene Feld die Spieler, die dort seit Jahrzehnten Runs und Outs hinterherjagen, nicht so einfach gehen lassen. Im letzten Spiel einer regulären Saison der Bundesliga auf der Mainzer Sandflora bedurfte es im zweiten Spiel bei hochsommerlichen Temperaturen drei Extra-Innings, bis der Split für die Mainz Athletics (5:9, 7:6) gegen den Deutschen Meister Heidenheim unter Dach und Fach war.

Spiel 1: Heideköpfe legen früh vor
In Spiel eins sahen sich die Hausherren allerdings gleich zu Beginn einem Rückstand von drei Punkten hinterherlaufen. Möller fand schwer in die Partie, gab zahlreiche Walks und zwei Hits ab und der Heidenheimer Angriff schlug zu allem Überfluss auch noch Profit aus Fehlern der Mainzer Feldverteidigung. Matt Palis Homerun im zweiten Inning schraubte die Führung weiter in die Höhe, bevor Mainz sich zum ersten Mal auf’s Scoreboard bringen konnte.

Auch hier profitierte man von Unsicherheiten im Feld der Heideköpfe und konnte bis auf einen Run an die Führung der Heidenheimer herankommen. In der Folge schraubten die Gäste den Vorsprung aber wieder in die Höhe, Punkte in den Spielabschnitten fünf und sieben, darunter ein weiterer Homerun von Matt Pali, der diesmal zwei Punkte nach Hause brachten, stellten den alten Abstand wieder her. Zwei weitere Punkte im achten Schlagrecht sorgten dafür, dass die Runs von Weichert und Stahlmann in den Innings sieben und neun nur Ergebniskosmetik blieben.

Game 1

R H E LOB
Heidenheim Heideköpfe 310 010 220 9 9 2 7
Mainz Athletics 030 000 101 5 6 4 7

WP: Winkler (10-2), LP: Möller (3-8), S: Dewald (2)
Whitehead (HEI) 3 for 5, 2B; Pali (HEI) 2 HR (4), 3 RBI, 3 Runs
Winkler (HEI) 5.0 IP, 3 R, 1 ER; Dewald (HEI) 4.0 IP, 2 R, 1 ER, 2 H, 6 K

Spiel 2: Schewe und Kipphan beenden die Hitzeschlacht
Ganz anders gestaltete sich die zweite Partie des Tages. Sowohl Pat Haugen als auch sein Heidenheimer Gegenüber Dustin Bergmann hatten die Angriffsreihen des Gegners fest im Griff. Erst im sechsten Spielabschnitt kam Bewegung auf die Anzeigetafel als Heidenheim, eine kurze Schwächephase Haugens ausnutzend, insgesamt drei Runs markieren konnte.

Mainz blieb im direkten Nachschlag ohne Punktausbeute, das Unheil für die Gäste sollte aber im siebten Inning mit der Einwechslung von Martin Almstetter seinen Lauf nehmen. Der Linkshänder startete denkbar schlecht in die Partie, nach einem Walk, zwei Hits und einem Hit-by-Pitch hatte Mike Hartley genug gesehen und beorderte Peter Dankerl auf den Hügel. Dieser konnte aber auch nicht verhindern, dass zu den zwei Punkten, die den A’s bis zur Auswechslung bereits zu Buche standen, zwei weitere hinzukamen und so die Grün-Gelben zum ersten Mal an diesem Spieltag die Führung übernahmen.

Mit dieser Führung ging es ins neunte Inning, doch die Hoffnungen der gut 200 Fans, den Sieg zu diesem Zeitpunkt schon in trockenen Tüchern zu haben, erfüllte sich nicht. Erneut kam Haugen in Bedrängnis, erneut erliefen die Gäste drei Punkte zur zwischenzeitlichen 6:4-Führung. Max Doll übernahm für Haugen und holte sein Team aus dem Inning, das zwei Punkte nachlegen musste, um die Verlängerung zu erzwingen, oder drei, um nach Ende der regulären Spielzeit als Sieger vom Feld zu gehen.

Ein Hit-by-Pitch gegen Schewe, der den Single von Kotowski und einen Feldspielfehler der Heidenheimer Verteidigung nutzte, um den Rückstand zu verkürzen, ließ Hoffnung aufkeimen. Und auch Kotowski erreichte die Homeplate auf den Schlag von Kipphan bevor Heidenheims Thirdbaseman Andreas Janzen den Groundball von Muschik zum dritten Aus verwandelte und so die Verlängerung erzwang. Aber Mainz brauchte weitere drei Innings, um erneut Druck auf die Heidenheimer aufbauen zu können, während Doll und seine Feldverteidigung den Angriff der Gäste kurz hielten.

Kipphan brachte sich im zwölften Inning per Single auf Base, Muschik schob diesen mit einem Sac-Bunt eine Base weiter und als der Basehit von Schewe im Rightfield nicht geblockt werden konnte und langsam Richtung Zaun rollte war Kipphan bereits mit Vollgas auf dem Weg nach Hause, um im dritten Extra-Inning den Sack schließlich zuzumachen.

Game 2

R H E LOB
Heidenheim Heideköpfe 000 003 003 0 6 5 3 8
Mainz Athletics 000 000 402 1 7 9 2 12

WP: Doll (1-1), LP: Dankerl (3-1)
Kotowski (MAI) 2 for 4
Bergman (HEI) 6.0 IP, 0 R, 2 H, 7 K; Dankerl (HEI) 5.1 IP, 3 R, 2 ER; Haugen (MAI) 8.2 IP, 9 K; Doll (MAI) 3.1 IP, 0 R, 0 H

Das Team geht jetzt in eine dreiwöchige EM-Pause. Am 7. August ist man dann bei den Saarlouis Hornets zu Gast und eine Woche später findet das ausgefallene Spiel gegen Gauting statt – insgesamt noch drei Möglichkeiten für das Team von Santos, Siege für die Playdowns mitzunehmen, die direkt im Anschluss daran beginnen.

05.07.2010/ms