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Berlin – Souveräner Meister in der Regionalliga 2010, Aufstieg in die 2. Bundesliga. Trotzdem entschlossen sich die beiden Roadrunner Felix Schwarzbauer (26) und Iwan Galkin (19) “das Weite” zu suchen. Und wechseln innerhalb der Stadt vom Zweitligisten Roadrunners zum Erstligisten Sluggers. Eine Entscheidung, die beiden verständlicherweise nicht ganz leicht fiel.

“Wir hatten eine sehr erfolgreiche Zeit bei den Roadrunners”, sagt Youngster Iwan Galkin. “Aber die Sluggers haben mich einfach überzeugt. Spätestens seit ich 2010 mit den Jungs beim Turnier in Dohren mitspielen durfte, war mir klar, dass ich wechseln würde. Egal, ob die Roadrunners oder die Sluggers aufsteigen würden.”

Das talentierte Kraftpaket (1,80m/ 92kg) warf in der Regionalliga die meisten Innings (76) für sein Team, stand sowohl mit seiner ERA (3,06) seinen Strikeouts (83) und Wins in den Top 3 der Liga. Ganz nebenbei schlug er sich mit einem BA von .381 überdurchschnittlich gut an der Platte. Trainer Sean Sullivan: “Iwan ist ein guter Pitcher mit enorm viel Potential, um ein großer Pitcher zu werden. Er hat das Zeug dazu, um in ein paar Jahren Nationalmannschaft zu spielen.”

Galkin sieht sich in Zukunft auch eher auf dem Hügel als an der Platte: “Mein Ziel ist es, in die Rotation reinzukommen“, sagt der Diplomatensohn, der in der Vergangenheit auch zum Kreis der Junioren-Nationalmanschaft zählte und als eines der größten Talente in der Hauptstadt gilt.

Unterstützung im neuen Team erhält er von seinem Catcher Felix Schwarzbauer, der sich von der guten Stimmung bei den Sluggers anstecken ließ. “Außerdem gibt es uns nur im Doppelpack”, sagt Schwarzbauer lachend. „Nein, im Ernst: Ich brauchte eine neue Herausforderung. Wenn ich dieses Jahr nicht zu den Sluggers gekommen wäre, hätte ich es sicher irgendwann bereut.”
Schwarzbauer, der bei den Roadrunners alternativ auch als Shortstop zum Einsatz kam, soll beim Aufsteiger in erster Linie Kevin Cooray hinter der Platte entlasten. Doch auch mit der Keule kann Schwarzbauer gut umgehen, schlug in der Regionalliga ebenfalls beachtliche .362. Sullivan sieht ihn sowohl hinter der Platte als auch im Infield: “Er kann sowohl Short als auch drittes Base spielen. Und wenn er hart an sich arbeitet, wird er auch seine Innings hinter der Platte bekommen.”

Eine weitere spektakuläre Neuverpflichtung beim Bundesliga-Aufsteiger Berlin Sluggers: Vom letztjährigen Tabellenfünften der ersten Bundesliga-Süd kommt Pitcher Ales Keprta (29). Der frühere tschechische Nationalspieler, der in den letzten vier Jahren den Löwenanteil der Hornets-Siege einfuhr, ist zumindest auf dem Papier die klare Nummer 1 in der Sluggers-Rotation. „Ich freue mich auf die Herausforderung Berlin und will meinen Teil dazu beitragen, dass die Sluggers die Liga zu halten“, sagt der Tscheche.

Keprta (28-34) ist ein echtes Arbeitstier: In den vergangenen vier Jahren stand er 475 Innings für Saarlouis auf dem Hügel und ist damit der Pitcher, der dem Berliner Aufsteiger viele Innings geben soll und auch muss.

„Er kann ein Spiel kontrollieren und entscheiden“, sagt Sluggers-Coach Sean Sullivan über seine neue Nummer 1. „Er trifft die Spots und bringt dazu eine enorme mentale Stärke und Erfahrung ins Team. Außerdem können unsere jungen Pitcher viel von ihm lernen.“

Nachdem die Hornets im vergangenen Jahr aus finanziellen Gründen ihren Rückzug aus dem Oberhaus bekannt gaben, entschied sich Keprta nach Berlin zu gehen. „Zunächst kam ich aus beruflichen Gründen“, erzählt der gelernte Koch. „Ein Freund von mir hat ein Restaurant hier eröffnet und brauchte noch einen Chef.“ Ein Glücksfall für die Sluggers, die im September mit der Zweitliga-Meisterschaft nach 15-jähriger Abwesenheit ihr Comeback in der ersten Liga perfekt machten.

Quelle: Berlin Sluggers