Finale 2005 - PAD-SOL Spiel 4 - 5

Die Saison ist vorbei und somit geht auch der Spieler der Woche in die wohlverdiente Winterpause. Damit in der Zeit nicht nur aus dem Fenster gestarrt wird, während man auf den Frühling wartet, wird an dieser Stelle jede Woche ein archivierter Spielbericht veröffentlicht.

Nach dem Titel 2003 und 2004 standen die Paderborn Untouchables erneut im Finale. Diesmal gegen die Solingen Alligators. Es war eine spannende Serie und der Beginn eines engen Duells zwischen den heutigen Top-Teams der Bundesliga Nord.

Alligators holen Sieg im neunten Inning

von  Mathias  Winterrath

Spiel 4: Marquez für Paderborn erneut unbezwingbar

Die Solingen Alligators zeigten sich vom gestrigen Spieltag unbeeindruckt, an dem sie eine knappe und bittere Niederlage hinnehmen mussten und an dem sich der amtierende Deutsche Meister Paderborn Untouchables den „Matchball“ für die Finalserie 2005 erarbeitete.

4Enorbel Ramirez Es war einmal… – Finalberichte der letzten Jahre (2005)

Auch im vierten Spiel der Finalserie sollte Enorbel Marquez-Ramirez als Sieger vom Platz gehen (Foto: Eisenhuth, G.)

Solingens kubanisches Pitcher-Ass Enorbel Marquez Ramirez startete vor 1.000 begeisterten Zuschauern unglücklich in einen weiteren Baseball-Thriller der Spitzenklasse. Paderborns Leadoff Hitter Octavio Medina wurde gewalkt. Stefan Fechtig legte einen Bunt hin, den Marquez nicht sauber fielden konnte. So sah sich Marquez mit einer prekären Situation konfrontiert. Läufer auf eins und zwei, bei keinem Aus. Doch die Alligators lösten die Aufgabe mit Bravour. Jendrik Speer schaffte es nicht einen weiteren Opferbunt hinzulegen und wurde von Marquez ausgestrikt. Kai Gronauer verwandelte den Strikeout-Pitch zu einem Doubleplay, in dem er den sich zu weit vom zweiten Base gelösten Medina auswerfen konnte. Damit wurde diese Paderborner Großchance vernichtet. Das letzte Aus im Inning besorgte Mo Buttgereit, der keine Probleme hatte, einen Grundball von Marvin Appiah zu fielden und ihn am ersten Base auszuwerfen.

Solingen startete wieder einmal furios in das vierte Spiel. Buttgereit schlug bei einem Aus einen Single ins rechte zentrale Außenfeld und Gronauer folgte ihm mit einem Double ins Leftfield. Paderborn entschied sich den brandgefährlichen Dominik Wulf zu walken, um bei geladenen Bases eine erhöhte Chance auf eine Punktverhinderung, oder ein Inning beendendes Doubleplay zu haben. Die Rechnung ging nicht auf, weil der disziplinierte Solinger Leftfielder Matt Stevens einen weiteren Walk produzierte, der die Solinger 1:0-Führung einbrachte. Solingens Centerfielder Patrick Kanthak schlug einen Grounder zu Paderborns First Baseman Bjorn Schonlau, doch Gronauer rutschte gleichzeitig mit dem Eintreffen des Balles hart in den Catcher Mitch Franke, der so daran gehindert wurde Kanthak am ersten Base auszuwerfen. 2:0 für Solingen. Ozuna fing Norman Eberhardts Comebacker, warf schnell zur Plate und verhinderte so das Solinger 3:0. Ozuna rettete sich schließlich endgültig mit einem Strikeout gegen Solingens DH Daniel Wulf aus der Umklammerung.

finale 2005 pad sol spiel 4 4 Es war einmal… – Finalberichte der letzten Jahre (2005)

Ben Barker setzte sich hier am Schlag durch (Foto: Eisenhuth, G.)

Ein Solinger Feldspielfehler im dritten Inning eröffnete Paderborn die Chance zum ersten Gegenpunkt. Benji Kleiner schlug einen Double auf den Warning Track im rechten zentralen Außenfeld. Solingens Centerfielder Kanthak hatte Probleme den Ball aufzunehmen und ermöglichte Kleiner so, seinen Double in einen Triple zu verlängern. Medina hatte darauf keine Probleme den ersten Paderborner Run des Tages per Groundball zu Shortstop Dominik Wulf nach Hause zu schlagen. Neuer Spielstand im dritten Inning war somit 2:1.

Im vierten Inning durchlebte Marquez eine kurze Schwächephase. Bei einem Aus schlugen Heiko Schumacher, Schonlau und Franke drei aufeinander folgende Singles. Bei geladenen Bases buntete der pfeilschnelle Oliver Neisemeier Heiko Schumacher zum Ausgleich herein und Kleiner schlug einen Opferflugball, der für die 2:3-Führung der Untouchables sorgte.
Im sechsten Inning schlug Dominik Wulf einen Leadoff-Single, worauf Stevens mit zwei Strikes einen guten Opferbunt hinlegte, der Wulf ans zweite Base vorrücken ließ. Kanthak bewies einmal mehr seine RBI-Qualitäten: Sein Linedrive ins Centerfield ließ Wulf unter dem Jubel Hunderter Solinger Fans zum 3:3-Ausgleich einlaufen.

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Paderborns Baserunner versuchten immer wieder die Alligators unter Druck zu setzen (Foto: Eisenhuth, G.)

Im achten Inning geriet Ozuna erneut unter Druck. Solingens Leadoff Dominik Wulf wurde gewalkt und Stevens buntete Wulf erneut an das zweite Base. Paderborns Manager Martin Helmig wollte Kanthak keine weitere RBI-Chance geben, weshalb er per Intentional Walk an das erste Base geschickt wurde. Der überaggressive Lead von Wulf rächte sich. Thirdbase Coach Mathias Winterrath versuchte vergeblich Wulf von dem heransprintenden Paderborner Shortstop Medina zu warnen, doch seine Warnrufe blieben unter der Geräuschkulisse von über 1.000 Zuschauern ungehört: Ozunas Pickoff an das zweite Base führte zu einer knappen Entscheidung, bei der Wulf ausgegeben wurde.

Das Aus am zweiten Base wirkte aus Solinger Sicht im Nachhinein um so bedauerlicher, weil Ozuna unter erheblichen Kontrollproblemen leidend sowohl Eberhardt als auch Pinch Hitter Nils Hartkopf walkte. Dem Paderbroner Startingpitcher gelang es jedoch den Solinger Rightfielder, Ben Pütz bei geladenen Bases auszustriken und sich so abermals knapp aus der schwierigen Situation zu befreien.

Neuntes Inning, Spielstand weiterhin 3:3. Die Nerven der Zuschauer lagen blank und auf dem Diamond verstand man sein eigenes Wort nicht. Franke schlug einen Ein-Aus-Single ins Leftfield. Der potenzielle Winningrun stand damit auf dem ersten Base. Neisemeiers Bunt wurde von Marquez blitzschnell gefieldet und zum zweiten Base geworfen. Franke war somit aus  am zweiten Base aus. Und der potenzielle Siegpunkt bei zwei Aus stand weiterhin am ersten Base. Marquez ließ Kleiner einen leicht fangbaren Flugball ins Rightfield schlagen. Unter dem Applaus von 1.000 Fans wechselte das Angriffsrecht.

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Großer Jubel nach dem entscheidenden Run durch Barker (Foto: Eisenhuth, G.)

Die Umstellung der Solinger Batting Order zahlte sich im neunten Inning aus. Ben Barker startete mit einem Linedrive. Buttgereit buntete Barker an das zweite Base. Martin Helmig ließ Gronauer per Intentional Walk ziehen, um gegen Dominik Wulf pitchen zu lassen. Der schnelle Barker schaltete sofort, als Ozuna einen Slider in der Boden warf und Catcher Franke Probleme hatte den Ball sauber zu blocken. Er sprintete ans dritte Base. Dominik Wulf ließ sich die Chance den Siegpunkt zu erzielen nicht nehmen. Er schwang auf einen Ball auf der Outside Corner und schlug einen Linedrive ins Rightfield. Neisemeiers Wurf zur Plate kam viel zu spät. Barker konnte auf Wulfs Opferflugball problemlos punkten und beendete so unter dem Jubel hunderter aufgewühlter Baseballfans diesen grandiosen Baseballkrimi.

Die bisher so spannende und hochklassige Finalserie geht damit in das fünfte Spiel. Am 1. Oktober folgt somit das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft 2005.

Spiel 4                R H E
PAD 0 0 1 2 0 0 0 0 0  3 7 0
SOL 2 0 0 0 0 1 0 0 1  4 7 4
WIN: Marquez-Ramirez, E. ;LOSS: Ozuna, B.