Die entscheidende Szene der Saison 2005 - Der Ball kann nicht aus der Luft gefangen werden und Paderborn ist Meister (Foto: Eisenhuth, G.)

Die Saison ist vorbei und somit geht auch der Spieler der Woche in die wohlverdiente Winterpause. Damit in der Zeit nicht nur aus dem Fenster gestarrt wird, während man auf den Frühling wartet, wird an dieser Stelle jede Woche ein archivierter Spielbericht veröffentlicht.

Nach dem Titel 2003 und 2004 standen die Paderborn Untouchables erneut im Finale. Diesmal gegen die Solingen Alligators. Es war eine spannende Serie und der Beginn eines engen Duells zwischen den heutigen Top-Teams der Bundesliga Nord.

Ausgeglichenheit der beiden Teams endet tragisch

von  Martin  Nixdorf

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Eugen Heilmann sicherte sich den Win gegen Solingen (Eisenhuth, G.)

Das Spiel begann mit einem Solinger Paukenschlag. Untouchable Starting Pitcher Eugen Heilmann erwischte einen schwachen Start und ließ drei Punkte zu, die ersten nach 16 Shutout Innings in der Finalserie. Die ersten beiden Schläger hatten ihre Bälle bereits genau in den Handschuh von Centerfielder Benji Kleiner bugsiert. Doch bei zwei Aus sollte das Herz der Alligator Schlagreihenfolge diesmal schweren Schaden anrichten. Kai Gronauer gelang ein Single, Dominik Wulf ein Walk und Matthew Stevens erneut ein Single, der den ersten Punkt brachte, da sich Kai Gronauer durch einen Balk und eine gestohlenes drittes Base weit vorgearbeitet hatte. Patrick Kanthak gelang wie schon im ersten Inning des zweiten Spiels der Finalserie erneut ein 2-RBI-Double und schockte die Paderborner Zuschauer.

Nicht geschockt zeigte sich die Paderborner Mannschaft. Postwendend produzierten die ersten sechs Spieler der Schlagreihenfolge mit der Mischung aus Bunts, Hits, einem Walk und einem Sacrifice Fly den 3:3-Ausgleich. Das nicht mehr Punkte erzielt wurden lag am aggressiven Baserunning von Mitch Franke, der nach seinem RBI-Double zum Ausgleich darauf spekulierte, das der von Red Fechtig ins linke Halbfeld geschlagene Ball nicht gefangen werden würde und sich gemeinsam mit Heiko Schumacher auf dritter Base wieder fand. Das folgende Doubleplay beendet die Hoffnung auf ein noch größeres Big Inning.

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Beide Teams gingen mit vollem Einsatz in die entscheidende Partie (Eisenhuth, G.)

Beide Werfer übernahmen in den folgenden Innings die Kontrolle über das Spiel. Im vierten Inning gelang den Untouchalbes allerdings auf Grund eines ersten Wurffehlers vom dritten Baseman Moritz Buttgereit die 4:3-Führung, nachdem Mitch Frank mit seinem zweiten Double des Spiels und einem Sacrifice von Fechtig die dritte Base erreicht hatte. Als im sechsten Inning Kleiner mit einem RBI-Triple eine Zweipunkteführung herausgeschlagen hatte, deutete alles auf einen sicheren Sieg der U’s hin. Zu dominant zeigt sich Heilmann, der nach den ersten drei Runs die nächsten 12 Batter ergebnislos ins Dugout zurückschickte und bis zum achten Inning ganz 2 weitere Singles erlaubte.

Das achte Inning der Solinger sollte jedoch das erfolgreichste Halbinning der Finalserie werden. Alligators-Coach Matthias Winterrath hatte sich ab dem vierten Spiel der Finalserie für den Leadoff Hitter Benjamin Barker entschieden und die folgenden Schlagleute je um eine Position nach hinten verschoben. Genau dieser taktische Zug sollte sich nun auszahlen. Barker eröffnete das Inning mit einem Single, unmittelbar gefolgt von vier weiteren Singles durch Buttgereit, Gronauer, Wulf und Stevens zum erneuten Führungswechsel und Zwischenstand von 6:5. Der an acht schlagende Daniel Wulf fügte noch einen weiteren Single zum 7:5 hinzu. Von erster Base aus versuchte Kanthak auf diesen Schlag ebenfalls zu punkten, konnte aber von Untouchable Catcher Björn Schonlau soeben noch durch eine kräftige Kollision abgewehrt werden.

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Die entscheidende Szene der Saison 2005 - Der Ball kann nicht aus der Luft gefangen werden und Paderborn ist Meister (Foto: Eisenhuth, G.)

Diesmal hatten die Untouchables keine passende Antwort parat und drei schnelle Flyouts brachte das neunte Inning. Auch die Alligators sorgten mit drei Flyouts dafür, dass sich Paderborn schnell der letzten Offensivchance stellen musste. Ein Pushbunt von Kleiner durch das gesamte Solinger Infield und ein hart erarbeiteter Walk von Octavio Medina brachten die dringend notwendigen Läufer aufs Base. Jendrick Speer opferte sich um die beiden Läufer in Scoring Positionen zu bringen, worauf Marvin Appiah freiwillig auf das offene erste Base gelassen wurde. Schuhmacher musste nun die Lücke finden und tat dies mit einem 2-RBI-Single an der dritten Base vorbei. Wieder lud Solingen die Bases freiwillig, sodass nicht Franke, sondern Fechtig die letzte Schlagchance erhielt.

Was sich jetzt abspielte, hatte sich bereits während der gesamten Finalserie abgezeichnet. Völlig ausgeglichen präsentierten sich beide Teams. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten beide Mannschaften jeweils 16 Punkte in fünf Spielen erzielt, sodass eine Entscheidung am Ende durch den kleinsten Fehler fallen konnte – nur welches Team würde es treffen?  Ein Flyball von Fechtig Richtung zweiter Base brachte die Antwort. Bei ohrenbetäubendem Lärm von den voll besetzten Rängen schien der zweite Baseman Barker im Rückwärtslaufen den Ball unter Kontrolle zu haben, jedoch näherten sich von beiden Seiten die Outfielder Benjamin Pütz und Patrick Kanthak. Barker weicht einer Kollision aus, doch beide Outfielder verlieren genau in einer solchen den Ball zur Entscheidung. Ein Wechselbad der Gefühle hatte ein tragisches Ende gefunden, aber allen eine unvergessliche Finalserie beschert.

Spiel 5                 R  H E
SOL  3 0 0 0 0 0 0 4 0  7 11 2
PAD  3 0 0 1 0 1 0 0 3  8 11 0
Win: Heilmann, E.; Loss: Hughes, A.