Dominik Wulf versucht das Tag-Play (Foto: Eisenhuth, G.)

Die Saison ist vorbei und somit geht auch der Spieler der Woche in die wohlverdiente Winterpause. Damit in der Zeit nicht nur aus dem Fenster gestarrt wird, während man auf den Frühling wartet, wird an dieser Stelle jede Woche ein archivierter Spielbericht veröffentlicht.

Nach dem Titel 2003 und 2004 standen die Paderborn Untouchables erneut im Finale. Diesmal gegen die Solingen Alligators. Es war eine spannende Serie und der Beginn eines engen Duells zwischen den heutigen Top-Teams der Bundesliga Nord.

Paderborn zu kalt für Alligators

von Mathias Winterrath

Obwohl die Solingen Alligators am vergangenen Finalwochenende in 16 von 18 gespielten Innings wie die sicheren Sieger aussahen, gelang es den Paderbornern in Spiel eins durch einige gut gespielte Bunts die Solinger in Fehler hineinzutreiben, die ihnen das Tor zum Sieg öffnen sollten. So gelang es im ersten Spiel im achten Inning den Ausgleich und schließlich den Siegpunkt zu erzielen.

Mit der Punkteteilung des vergangenen Wochenendes waren die Solingen Alligators jedoch nicht ganz unzufrieden, da das Minimalziel „Zwei Finalspiele in Solingen“ erreicht werden konnte.

Spiel 3: Paderborn nutzt erneut Solinger Fehler zum Sieg
Bei abgekühlten Temperaturen zog es dennoch über 700 Fans in den „Solinger Hexenkessel“ Baseballpark Weyersberg zu den Finalspielen drei und vier dieser bis zu diesem Zeitpunkt hochklassigen und hochspannenden Finalserie.

Um es vorweg zu nehmen: die folgenden Spiele sollten allen Erwartungen gerecht werden. Es gab erneut hochklassigen und hochspannenden Baseball, mit Thriller-Qualitäten.

Es galt als offenes Geheimnis, dass sich in den Finalspielen drei und vier die jeweils besten deutschen und ausländischen Werfer der beiden Finalisten, der Linkshänder André Hughes (Solingen) und der Rechtshänder Eugen Heilmann (Paderborn) sowie der kubanische Linkshänder Enorbel Marquez Ramirez (Solingen) und der dominikanische Rechtshänder Benigno Ozuna-Ballara (Paderborn) gegenüber stehen würden. Die Leistungsdichte beider Teams ließ an diesem Wochenende keinerlei Spielraum für taktische Varianten auf dem Mound und so kamen in beiden Spielen auf beiden Seiten jeweils nur ein Pitcher zum Einsatz.

Während André Hughes die ersten drei Paderborner Hitter souverän ausschaltete, geriet Eugen Heilmann bereits im ersten Inning unter Druck. Kai Gronauer „begrüßte“ Heilmann mit einem Single. Gronauer war jedoch wenige Momente später bereits wieder aus, als Moritz Buttgereit den Ball beim Hit-and-Run-Spielzug nicht ins Feld bringen konnte und ihn Catcher Bjorn Schonlau beim Versuch das zweite Base zu stehlen erwischte. Mo Buttgereit wurde ebenfalls nach einem Linedrive zu Shortstop Octavio Medina ausgemacht. Dominik Wulf und Matt Stevens antworteten sofort mit zwei Basehits und Solingen befand sich nach dem kurzen Rückschlag wieder in aussichtsreicher Position. Patrick Kanthaks Linedrive ins Rightfield wurde jedoch ebenfalls von Oliver Neisemeier aus der Luft gefangen.

Das erste Inning war symptomatisch für das gesamte Spiel. Der Solinger Offense gelang es bis einschließlich des siebten Innings in jedem Inning Runner per Hit, Extra-Base-Hit, oder Walk auf die Bases zu bringen. Es fehlte jedoch stets ein weiterer verwertbarer Schlag zum Punkt, der während des gesamten Spiels nicht mehr kommen sollte.

Während André Hughes Performance in den Innings eins bis sechs meisterlich war und er nie mehr als drei Paderborner Hitter pro Inning zu Gesicht bekam und nur einen Hit und einen Walk abgab, hatte Eugen Heilmann in den Innings eins bis sieben stets mindestens einen Solinger Läufer auf dem Base. In drei Innings schafften es die Alligators Ihren Leadoff Hitter auf das erste Base zu schicken. In einem Inning (6.) befand sich ein Solinger Läufer mit einem Aus auf dem zweiten Base und in fünf Innings hatten die Alligators Läufer auf eins und zwei bei zwei Aus. Trotz neun Hits und etlicher gestrandeter Baseläufer mühten sich die Alligators an diesem Nachmittag vergeblich auch nur einen Run nach Hause zu bringen.

Anders die Paderborn Untouchables. Im siebten Inning legte Octavio Medina bei zwei Aus einen perfekten Push-Bunt auf die rechte Seite. André Hughes versuchte den gefährlichen Baseläufer Medina per Pickoff im Schach zu halten, was gelang, jedoch nicht zum gewünschten Ergebnis führte. Octavio Medina wurde am ersten Base gepickt und flüchtete mit intelligenter Route in Richtung zweites Base. Der Wurf von Solingens First Baseman Norman Eberhardt traf Medina unglücklich in den Rücken und Medina war sicher am zweiten Base. Die aus dem Nichts geschaffene Chance wurde umgehend von den nachfolgenden Hittern Marvin Appiah und Heiko Schumacher genutzt. Wodurch Paderborn, wie schon im ersten Spiel der Serie, am Ende des Spiels Solinger Fehler nutzend mit 2:0 in Führung ging.

Die Alligators gaben sich jedoch auch trotz dieses Rückschlags nicht auf und kämpften verbissen weiter. Im neunten Inning keimte noch einmal Hoffnung auf, als Kai Gronauer per Infield Single das erste Base erreichte und sich die schlagstarken Solinger Hitter Moritz Buttgereit und Dominik Wulf daran machten das Spiel noch auszugleichen, oder sogar zu drehen. Heilmann machte jedoch Solingens Hoffnungen auf eine Solinger Meisterfeier am folgenden Tag zunichte, in dem er sowohl Moritz Buttgereit, als auch Dominik Wulf im Stile eines Klassewerfers ausstrikte und so den Sieg seines Teams sicherte.

Spiel 3                 R H E
PAD  0 0 0 0 0 0 2 0 0  2 6 1
SOL  0 0 0 0 0 0 0 0 0  0 9 0
WIN: Heilmann, E.; LOSS: Hughes, A.