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Heidenheim Heideköpfe vs. Saarlouis Hornets 8:3 und 15:11
Ersatzgeschwächte Heideköpfe schlagen Saarlouis

von Thomas Jentscher

Ein angesichts der personellen Voraussetzungen hervorragender Start in die neue Bundesligasaison gelang den Heidenheim Heideköpfen. Gegen die Saarlouis Hornets gewannen die HSB-Baseballer am Ostersonntag 8:3 und gestern mit 15:11, wobei am Ende vier waschechte Eigengewächse auf dem Platz standen.

Spiel 1: Markus Winkler gut in Form zum Auftakt
Beim Blick auf die Aufstellung des deutschen Meisters für die Auftaktspiele konnte einem schon mulmig werden. Nicht nur, dass mit Andy Janzen und Martin Dewald (beide noch am College in den USA) sowie Brandon Taylor (wird erst zum Europacup erwartet) drei ganz wichtige Spieler fehlten, auch der aus Solingen gekommene Chris Beck musste passen. Er hatte sich nach dem letzten Spiel der Halbfinalserie 2009 zwischen den Alligators und den Heideköpfen noch zu einigen unbedachten Worten gegen die Schiedsrichter hinreißen lassen, kassierte eine Sperre über zwei Spiele und musste diese nun kurioserweise in Diensten des Vereins absitzen, gegen den er in dieser fraglichen Partie spielte.

So musste Heideköpfe-Coach Mike Hartley mächtig improvisieren und zahlreiche HSBler fanden sich auf ungewohnten Positionen wieder: Sam Whitehead spielte einen hervorragenden Shortstop, die „Allzweckwaffen“ Hagen Rätz und Robert Gruber besetzten das zweite und dritte Base und mit Konstantin Stengler startete ein Spieler aus der eigenen Jugend im Leftfield. Alle machten ihre Sache ausgezeichnet, so dass die erste Partie gegen Saarlouis recht problemlos gewonnen wurde, lag aber in erster Linie an Werfer Markus Winkler. Er präsentierte sich zum Auftakt in Topform, warf kaum Balls und gab in sieben Innings lediglich zwei Hits ab.

Gestützt wurde er von einer fehlerfreien Defense, aber auch im Angriff nutzten die Heidenheimer gegen Hornets-Pitcher Ales Keprta von Beginn an ihre Chancen. Gleich im Rückschlag des ersten Innings besetzten die Platzherren nach Walks für David Füßer und Dustin Bergman sowie einem Hit von Simon Gühring bei zwei Aus die Bases. Auf Peter Dankerl war Verlass, sein Hit brachte die ersten beiden Punkte nach Hause.

Im zweiten Durchgang folgten Hits von Whitehead, Schäffler und Gruber, dazu leistete sich das Infield der Gäste einige Fehler und so stand es bereits 5:0. Während Saarlouis gegen einen konstant starken Winkler nicht einmal in die Nähe von Runs kam – wozu auch Center Fielder Füßer mit zwei spektakulären Aktionen beitrug –, punkteten die HSBler kontinuierlich weiter. Erst beim Stand von 8:0 ließ die Konzentration etwas nach. Neuzugang Martin Almstetter, der Winkler im siebten Inning auf dem Mound ablöste, hatte etwas Anlaufschwierigkeiten und gab drei Punkte ab, der Sieg geriet aber nicht mehr in Gefahr.

Game 1

R H E LOB
Saarlouis Hornets 000 000 120 03 05 03 06
Heidenheim Heideköpfe 231 110 00X 08 13 00 12

WP: Winkler (1-0), LP: Keprta (0-1), S: Almstetter (1)
Gruber (HEI) 2 for 4; Dankerl (HEI) 2 for 4, 2B, 3 RBI; Rätz
(HEI) 2 for 4; Whitehead (HEI) 2 for 4, 2B
Ackermann (SLS) 3.0 IP, 1 R, 1 ER; Winkler (HEI) 6.0 IP, 0R, 2H

Spiel 2: Heideköpfe gewinnen Offensivspektakel am Ostermontag
Einen unerwarteten Verlauf nahm tags darauf das zweite Spiel, in dem eigentlich mit dominanten Pitchern gerechnet wurde. Heidenheims Dusty Bergman kam auch gut durch die ersten beiden Innings, während seine Teamkollegen gegen Saarlouis’ neuen Australier Tom Fiebig, der ja schon auf Profierfahrung in den USA verweisen kann, gleich an ihre guten Schlagleistungen vom ersten Spiel anknüpften. Nach Walks für Füßer und Gühring brachte Grubers Double die ersten beiden Punkte, Rätz legte noch einen Hit zum 3:0 nach.

Nach einem weiteren Punkt im zweiten Abschnitt sah es gut aus, aber plötzlich zeigte Bergman, der noch nicht in Bestform ist und auch durch den ungewohnten Einsatz als Schlagmann etwas beeinträchtigt wurde, einige Schwächen. Die Hornets kamen auf einen Zähler heran. Zwar punktete die HSB-Offensive munter weiter, aber selbst nach dem 9:4 Ende des vierten Innings war die Messe noch nicht gelesen.

Nun hatten die „Hornissen“ den Dreh raus, beförderten mit kurzem Schwung die Bälle knapp übers Infield ins verteidigungstechnische Niemandsland. Bis zum 10:8 im sechsten Durchgang war das Spiel offen, dann setzte der mittlerweile werfende Peter Dankerl mit drei Strikeouts in Folge ein Zeichen und im Rückschlag sorgten die Heideköpfe für klare Verhältnisse, erhöhten unter anderem mit einem Schlag an den Zaun von Gühring sowie Hits von Stengler und Gruber auf 14:8.

Das Schlussresultat lautete 15:11 für die Heideköpfe, bei denen am Ende neben Stengler und Füßer mit Hirschberger und Schulz zwei weitere Eigengewächse auf dem Platz standen; auch Gruber und Gühring sind ja längst Heidenheimer geworden. Letztere waren gestern auch die überragenden Schlagleute: Simon Gühring trat sechs Mal an die Platte, verbuchte drei Doubles, ein Single und zwei Walks. Ihm kaum nach stand Geburtstagskind Robert Gruber mit fünf Hits bei sechs Versuchen. Insgesamt überzeugte die Heideköpfe-Offensive mit 33 Hits, aber auch die Verteidigung war schon gut in Form.

Game 2

R H E LOB
Saarlouis Hornets 003 131 102 11 17 03 13
Heidenheim Heideköpfe 311 414 10X 15 20 01 13

WP: Bergman (1-0), LP: Fiebig (0-1)
Martinez (SLS) 3 for 5, 3B; Hobbs-Brown (SLS) 3 for 5, 2B, 3
Runs; Matlacki (SLS) 3 for 5, 2B, 3 RBI; Füßer (HEI) 3 Runs;
Gühring (HEI) 4 for 4, 3 2B, 5 RBI, 3 Runs; Gruber (HEI) 5 for
6, 2 2B, 3 RBI; Rätz (HEI) 2 for 4; Whitehead (HEI) 3 for 5