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Heidenheim Heideköpfe vs. Buchbinder Legionäre 5:1 und 6:7
Heideköpfe stolpern beim Gipfelsturm

von Klaus Dieter Haas

Beim Gipfeltreffen der Baseball-Bundesliga, Gruppe Süd, ist der Angriff der Heidenheim Heideköpfe auf die Tabellenspitze knapp gescheitert. Nach einem nie gefährdeten 5:1-Sieg am Freitagabend im Ballpark, kassierte man tags darauf an gleicher Stätte eine knappe 6:7-Niederlage gegen die Legionäre aus Regensburg.

Es war schon so etwas wie die Vorentscheidung im Kampf um die Südmeisterschaft und um die beste Ausgangsposition für die Playoffs, und die entschieden die Gäste aus der Oberpfalz hauchdünn für sich. Nach einer souveränen Vorstellung der Heidenheimer am Freitag fanden am Samstag vor allem Leadoff-Hitter Chris Beck und Simon Gühring am Schlag sowie Martin Dewald auf dem Mound nicht zur gewohnten Form und diese Schwächen nutzten die Gäste gnadenlos.

Spiel 1: Heideköpfe fügen Boris Bokaj erste Saisonniederlage zu
HEI REG 1 Legionäre verteidigen die Spitze mit einem SplitDas erste – zumindest teilweise – Flutlicht-Bundesligaspiel im Ballpark wurde zunächst von den Pitchern Winkler und Bokaj dominiert. Bis Mitte des dritten Innings ging der einzige Basehit auf das Konto des an beiden Spieltagen überzeugenden Robert Gruber.

Dann freilich platzte bei den Heideköpfen der Knoten – und wie! Basehits durch Gruber und den ebenfalls stark auftrumpfenden Johannes Schäffler, Freiläufe für Chris Beck, Simon Gühring, Matt Pali, Mic Weigl und Sam Whitehead und zwei haarsträubende Fehler der Gäste brachten den Platzherren eine komfortable 5:0-Führung.

Legionäre-Coach Helmig hatte mittlerweile Herlitzius an Stelle von Bokaj auf den Mound beordert, der die Heidenheimer Schlagleute ziemlich gut im Griff hatte, aber auch Markus Winkler machte weiterhin einen prima Job. Die Fans durften sich über ein Heidenheimer Double Play (Whitehead – Beck – Dankerl) freuen, Simon Gühring glänzte zumindest defensiv mit einem spektakulären Wurf aufs dritte Base.

Zu Beginn des fünften Durchgangs gelang den Oberpfälzern der erste und einzige Run, kritisch wurde es für die Heideköpfe freilich nie. Übers zweite Base kamen die Gäste in den restlichen vier Innings nicht mehr hinaus, denn Markus Winkler hatte stets zur richtigen Zeit den richtigen Wurf parat und den Rest erledigten die Outfielder – vor allem Johannes Schäffler tat sich da hervor – mit zum Teil spektakulären Aktionen.

Game 1

R H E LOB
Buchbinder Legionäre 000 010 000 1 8 3 7
Heidenheim Heideköpfe 005 000 00X 5 5 0 7

WP: Winkler (8-2), LP: Bokaj (9-1)
Vance (REG) 2 for 4; Hopfensperger (REG) 2 for 3; PHoward (REG) 2 for 4, 2B; Gruber (HEI) 2 for 2; Schäffler (HEI) 2 for 4
Herlitzius (REG) 4.1 IP, 0 R, 1 H; Winkler (HEI) 8.0 IP, 1 R, 1 ER

Spiel 2: Buchbinder Legionäre verteidigen Platz eins
HEI REG 2 Legionäre verteidigen die Spitze mit einem SplitDass die Legionäre diese Lektion gelernt hatten, zeigten sie tags darauf. Mit nur geringfügig verändertem Lineup – Hoffschild pitchte für Bokaj bzw. Herlitzius, Zirzlmeier schlug für Bassel – wirkten sie von Beginn an viel präsenter. Bei den Heideköpfen musste Coach Hartley auf den sich mit Rückenproblemen plagenden Dusty Bergman verzichten und beorderte stattdessen Martin Dewald auf den Mound.

Außer einem Double Play (Whitehead – Beck – Dankerl) passierte in den ersten drei Innings nichts. Ab dem vierten Spielabschnitt nahm die Partie an Intensität und an Spannung zu. Dewald ließ nacheinander vier Basehits und zwei Freiläufe für die Legionäre zu, die prompt mit 3:0 in Führung gingen. Gut, dass wenigstens die Heidenheimer Feldverteidigung – Chris Beck, Sam Whitehead und Peter Dankerl holten sich viel Beifall für ein weiteres Double Play – im Bilde war.

Als Robert Gruber und Peter Dankerl den Rückschlag des fünften Innings mit zwei Doubles eröffneten, musste Hoffschild auf dem Mound für den US-Amerikaner Faint Platz machen, aber auch der konnte nicht verhindern, dass die Heideköpfe durch einen weiteren Basehit von Schäffler, einen Walk für Beck und begünstigt durch Regensburger Fehler mit 4:3 in Führung gingen.

Die Freude darüber war freilich von kurzer Dauer, denn schon im sechsten Durchgang – Dewald war immer noch auf dem Mound – zogen die Legionäre nach Homerun von Zirzlmeier und drei weiteren Basehits wieder auf 6:4 davon. Die Heidenheimer konnten gegen Faint beim Rückschlag nicht punkten und erst als Regensburg im siebten Inning auf 7:4 erhöht hatte zog Coach Hartley die „Notbremse“ und beorderte Whitehead für Dewald auf den Mound. Der und ein starkes Play des eingewechselten Andy Janzen mit Simon Gühring beendeten diesen Abschnitt.

Whitehead machte seine Sache sehr gut und so durften die Heideköpfe ab dem achten Durchgang noch einmal hoffen. Ein Fehler der Gäste bescherte den Heidenheimern durch Hagen Rätz den Punkt zum 5:7 und ein spektakulärer Catch von Johannes Schäffler zu Beginn des neunten Innings brachte die Heideköpfe noch einmal an den Schlag. Dann freilich gingen Janzen und Whitehead aus, so dass der Homerun von Schäffler nur einen Punkt brachte, und den nächsten Schlag von Chris Beck fischten die Legionäre aus der Luft.

Die Heidenheimer Niederlage war vermeidbar, dennoch braucht sich die Mannschaft um Coach Hartley nicht zu grämen.  Es ist ziemlich unerheblich, ob das Team als Tabellenerster oder als Tabellenzweiter in die Playoffs geht, und selbst Platz eins ist bei acht ausstehenden Spielen – gleich am nächsten Wochenende geht’s viermal gegen die Haar Disciples – noch nicht außer Reichweite.

Game 2

R H E LOB
Buchbinder Legionäre 000 303 100 7 12 3 9
Heidenheim Heideköpfe 000 040 011 6 9 1 4

WP: Faint (1-0), LP: Dewald (0-1), S: Gessmann (2)
Cech (REG) 2 for 4, 2B; CHoward (REG) 3 for 5; Zirzlmeier(REG) 2 for 4, HR (1); Rätz (HEI) 2 for 4, 2B; Gruber (HEI) 2 for 4,
2B; Dankerl (HEI) 2 for 4, 2B; Schäffler (HEI) 2 for 4, HR (1)
Hoffschild (REG) 4.2 IP, 3 R, 1 ER, 2 H; Faint (REG) 2.1 IP, 1
R, 0 ER; Gessmann (REG) 1.0 IP, 2 K, 1 HR; Dewald (HEI) 6.1 IP, 7 K, 1 HR; Whitehead (HEI) 2.2 IP, 0 R

Fotos: Holger Kienle

22.06.2010/kdh