2008 final 0130

DBV-Auswahl hält mit der Weltelite mit

Gala-Auftritte bei der Olympia-Qualifikation bringen ersten Sieg und knappe Niederlage

Taichung/Taiwan. Zwei Spiele auf höchstem Niveau lieferte die Deutsche Baseballnationalmannschaft am Wochenende ab. Belohnt wurde sie dafür mit dem ersten Sieg im Qualifikationsturnier für Olympia über Spanien am Samstag. Gegen Taiwan am Sonntag unterlag das Team von Bundestrainer Greg Frady trotz starker Leistung knapp mit 0:2. Nach drei Spielen liegt Deutschland nun auf Platz fünf. Es führen Taiwan und Korea mit je drei Siegen vor Kanada und Australien (zwei Siege).

Spannend bis zur letzten Minute war die Partie gegen Spanien. Ausschlaggebend für den Sieg über die Südeuropäer war die herausragende Leistung von Enorbel Marquez-Ramirez auf dem Wurfhügel. Der Pitcher der Solinger Alligators beherrschte die Angriffsreihe der Spanier über neun Innings nach Belieben. Nur fünf Hits standen am Ende auf ihrem Konto. Aber auch sein Kontrahent Yoel Hernandez zeigte kaum Schwächen. „Das war ein Pitcherduell auf Weltniveau“, sagt Teammanager Stephan Reifenberg. Sascha Lutz vom Deutschen Meister Mainz Athletics schaffte es schließlich im achten Inning, den entscheidenden Schlag zu landen. Der Ball flog aus dem Stadion, der Homerun zum einzigen Punkt des Spiels war perfekt. Greg Frady war vom fehlerlosen Spiel seiner Truppe völlig begeistert: „Das war das beste Spiel aller Zeiten dieser Mannschaft.“

Mindestens genauso stark war der Auftritt gegen Taiwan. „Das war wohl das beste Baseballspiel meiner Karriere“, sagt Philipp Hoffschild von den Buchbinder Legionären Regensburg. Sechs Innings lang hielten die Deutschen nicht nur mit, sie setzten die Taiwaner auch phasenweise unter Druck. André Hughes (Solingen Alligators) bereitete mit seinen variantenreichen nicht zu schnellen Würfen den taiwanischen Schlagleuten enorme Probleme. Erst im siebten Durchgang fanden sie ein Rezept und punkteten schnell zweimal. Danach wurde der Pitcher mit stehenden Ovationen für seine herausragenden Leistung von den 30 000 Zuschauern verabschiedet. Philipp Hoffschild, Martin Almstetter (Regensburg) und Markus Winkler von den Heidenheim Heideköpfen erledigten in der Folge ihre Arbeit auf dem Mound tadellos, so dass für die Gastgeber nichts Zählbares mehr heraussprang. Aufgegeben hat die Nationalmannschaft auch nach dem Rückstand nicht. Im letzten Durchgang wären sogar etwas möglich gewesen. Jendrik Speer (Paderborn Untouchables) und Dominik Wulf (Solingen) waren nach ihren Hits aussichtsreich auf den Bases drei und eins gelandet. Doch das starke Pitching auf taiwanischer Seite verhinderte den Punktgewinn. Trotzdem: „Wir haben wieder gezeigt, dass wir in den nächsten Jahren zur Weltspitze aufschließen können“, sagt Stephan Reifenberg.

Voller Selbstvertrauen gehen die Nationalspieler am Montag ins Spiel gegen Südafrika. „Nach dem Spiel heute ist alles möglich. Südafrika werden wir auf jeden Fall schlagen“, sagt Alexander Lauterbach (Regensburg).

Monika Schramm