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Solingen Alligators vs. Paderborn Untouchables 6:5 (10) und 0:2
„Kampf um die Krone des Nordens“ bleibt weiter spannend

von Antje Götze-Römer

Mit einem für beide Teams sicher zufriedenstellenden Split trennten sich die Solingen Alligators und die Paderborn Untouchables in zwei unter mehreren Gesichtspunkten als „durchwachsen“ zu bezeichnenden Begegnungen. Keiner der Pitcher dominierte erwähnenswert, dazu leisteten sich beide Defensiven teilweise spielentscheidende Fehler. 5:6 und 2:0 lauten die Ergebnisse der beiden Spiele, die für die Verantwortlichen auf beiden Seiten wertvolle Erkenntnisse für die weiteren Saisonaufgaben geliefert haben dürften.

Spiel 1: Salami-Taktik geht fast auf
Das erwartete Pitcherduell Heilmann gegen Hughes entwickelte sich nicht so, wie alle dies erwartet hatten. Zwar zeigten beide ihre Klasse, aber offenbarten auch ihre jeweiligen Achillesfersen. Zunächst schienen die Alligators davon zu profitieren, nach zwei Innings hatte sich Hughes zwar bereits einen Run eingefangen, die Alligators legten aber gleich mit vier Runs nach und konnten so mit 4:1 in Führung gehen.

Ein Comebacker auf den Unterarm von Hughes schockte offensichtlich das Solinger Infield mehr als den Pitcher selbst, jedenfalls wurden einige sichere Routineplays im Solinger Infield in der Folge nicht gemacht aufgrund leichter, aber vermeidbarer Leichtsinnsfehler. Gleichzeitig stellte Paderborns Coach Fechtig auf Salami-Taktik um. Inning für Inning arbeitete sich die Offensive der U’s heran, überproportional viele Infield-Hits schienen die Solinger Defensive unvorbereitet zu überraschen und zu riskanten Würfen zu zwingen. Schließlich konnte Paderborn im sechsten Inning in Führung gehen.

Es war Florian Götze, der im siebten Offensiv-Inning der Alligators durch einen Single-Homerun den Ausgleich herstellte, im folgenden Defensiv-Inning das entscheidende dritte Aus im Centerfield mit einer grandiosen Sprintleistung herstellte, das Extra-Inning erzwang und so die Vorarbeit leistete für die vermeintlichen Leistungsträger auf Seiten der Gastgebermannschaft. Der mittlerweile für die Alligators pitchende Jens Cornelsen machte seine Sache hervorragend, und arbeitete vor für die Offensive. Im zehnten Inning ging für Paderborn Daniel Hinz auf den Mound und erlebte, ungeachtet einer in der Kürze der Zeit nicht bewertbaren Leistung, sein Waterloo. Evan Porter gelang der Lead-Off Double und Dominik Wulf stellte mit einem RBI-Single den 5:6-Endstand her. Nicht Hughes war es, der sich den Win abholt, sondern Jens Cornelsen, der damit gezeigt hatte, dass er auch in knappen Spielen in der Lage ist, seine Leistung abzurufen.

Game 1

R H E LOB
Paderborn Untouchables 011 012 000 00 05 11 01 08
Solingen Alligators 040 000 100 01 06 11 02 07

WP: Cornelsen (2-0), LP: Hinz (1-1)
Speer (PAD) 3 for 5; Drache (SOL) 2 for 4; Steinberg (SOL) 2 for 4;
Götze (SOL) 2 for 3, 2B, HR (1)
EHeilmann (PAD) 9.0 IP, 5 R, 4 ER, 1 HR; Cornelsen (SOL) 3.0 IP, 0 R, 1 H

Spiel 2: Rickards verliert, aber Meier gewinnt nicht
Auch das Duell Rickards gegen Meier nahm eine unerwartete Wendung. Die einen sagen, es war der Regen, die anderen sagen, es war die Kollision im vierten Inning zwischen Rickards und Drache, die mittelfristig betrachtet zum Sieg der Untouchables führte.

Aber der Reihe nach. Etwas mehr als zwei Innings sind gespielt, als Petrus vorerst Schluss machte mit der Krimi-Vorstellung am Weyersberg. Die Umpire signalisierten, dass sie gewillt sind, das Spiel am heutigen Sonntag wenn möglich zu Ende zu spielen, dennoch lag zwischen den Trockenphasen, die Zeit für die Wiederherstellung des Spielfeldes mit eingerechnet, eine Stunde. Und wenn es zunächst so aussah, als ob die Offensiv- wie Defensiv-Leistungen beider Teams davon nicht in Mitleidenschaft gezogen worden wären, waren es doch die Untouchables, die frischer und entschlossener ans Werk gingen. Dennoch blieb das Spiel eine knappe, unentschiedene Angelegenheit, die sich nach fünf Innings in einem 0:0 auf dem Scoreboard darstellte.

Eine Kollision zwischen Josh Rickards und Robin Drache nach einem Popup eingeleitet durch einen Kommunikationsfehler, sorgte dafür, dass Rickards wie „der überfahrene Hund aus der Zeichentrickserie, der nach dem Unfall seine Knochen sortiert“ zeitweise benommen im Infield lag. Zunächst schien dies keine Auswirkung zu haben, aber im sechsten Inning musste Rickards der „Begegnung der dritten Art“ Tribut zollen und zeigte ungewohnte Schwächen. 2:0 stand es nach sechs Innings, Rickards verließ den Mound und machte Nils Hartkopf Platz, der in den verbleibenden Innings Schlimmeres verhinderte.

Daniel Meier komplettierte in der Zwischenzeit sein makelloses Complete Game, dennoch war es nicht er, der das Spiel gewann. Zwar standen für ihn zehn Strikeouts auf dem Scoresheet, allerdings auch acht Base-on-Balls. Objektiv betrachtet war es die entschlossenere Offensive der Untouchables, die den unter dem Strich verdienten Sieg im zweiten Spiel für Paderborn sicher stellte.

Game 2

R H E LOB
Paderborn Untouchables 000 002 000 02 06 00 08
Solingen Alligators 000 000 000 00 03 01 07

WP: Meier (3-1), LP: Rickards (4-1)
Meier (PAD) 2 for 3; Uelschen (PAD) 2 for 4
Meier (PAD) CG, 9.0 IP, 0 R, 3 H, 11 K; Rickards (SOL) 6.0 IP, 2 R, 2 ER;
Hartkopf (SOL) 2.0 IP, 0 R

Die Bundesliga-Nord bleibt also nach diesem Wochenende spannend, nachdem auch Bonn in Hamburg ein Spiel lassen musste. Am kommenden Wochenende legen die Alligators am Samstag in Dohren vor, während der Rest der Nordliga erst am Sonntag ran muss. Man darf gespannt sein, ob die Alligators die Chance nutzen werden, den Druck auf die Konkurrenten hochzuhalten, oder ob auch sie dem Aufsteigerbonus der Wildfarmers zum Opfer fallen.