Boris Bokaj Portrait

(wue) Nachdem wir uns Ende der letzten Woche mit den schlagkräftigsten Spielern beschäftigt hatten, sind nun die besten Pitcher an der Reihe. Dabei setzte sich im Süden der Baseball-Bundesliga ein Neuzugang durch. Der Tscheche Boris Bokaj kam im vergangenen Winter von den Arrows Ostrava zu den Buchbinder Legionären Regensburg und konnte gleich in seiner ersten Saison überzeugen. Mit einem ERA von 1.96 setzte er sich in der Best-Pitcher-Wertung gegen die Heidenheimer Heideköpfe Markus Winkler (2.34) und Dusty Bergman (2.81) sowie den Gautinger Indian Dominik Hartinger (3.26) durch.

Boris Bokaj 199x300 Best Pitcher: Boris Bokaj (Buchbinder Legionäre Regensburg)

Boris Bokaj in Spiel 5 der Finalserie gegen Heidenheim (Foto: Keller, W.)

Der 24-jährige Bokaj, seines Zeichen auch Nationalspieler in Tschechien und derzeit beim Intercontinental Cup in Taiwan im Einsatz, war vor allem in der regulären Saison nahezu unbezwingbar. Erst im Juni fügten ihm die Heideköpfe die erste Saisonniederlage bei. Am Ende führte er mit einer Bilanz von zehn Siegen und einer Niederlage, einem ERA von 1.96 sowie 63 Strikeouts und 36 Walks in 82 2/3 Innings die Buchbinder Legionäre zu Rang eins im Süden.

Dabei war sein Strikeout/Walk-Ratio bei weitem nicht überragend. Aber ihm gelang es trotz mäßiger Kontrolle – in jedem seiner 14 Starts erlaubte er mindestens einen Walk – die gegnerischen Spieler von den Bases fernzuhalten. So ließ er nur 51 Hits zu, womit er den Süden auch bei WHIP (1.05) und Opposing Batting Average (.181) anführte.

In den Playoffs hatte Bokaj Pech. In Spiel drei der Viertelfinalserie gegen die HSV Stealers zog er sich eine Zerrung im Brustkorbbereich zu, die dafür sorgte, dass er erst im Finale gegen die Heideköpfe auf den Mound zurückkehren konnte. Und auch dort verliefen seine ersten beiden Einsätze nicht optimal. Neun Runs (8 ER) kassierte er in den Spielen zwei und vier in zusammen etwas mehr als neun Innings.

Doch als es darauf ankam, war er wieder der Alte. In der entscheidenden fünften Partie der Finalserie löste er Mike Bolsenbroek im sechsten Inning ab und ließ bis zum Spielende nur noch zwei Hits zu. Damit leitete er die Wende ein und die Regensburger bejubelten den zweiten Meistertitel der Vereinsgeschichte.