Scoring FAQ

Auf dieser Seite werden häufige Fragen rund ums Scoring beantwortet.

An vielen Stellen wird auf die Regelwerke Baseball [OBR] und Softball [ORS], die DBV Bundesspielordnung [BUSPO], die DBV Ausbildungsordnung [AO] sowie das Scoringbuch verwiesen [SB].

A. ALLGEMEIN

A.1 Was ist Scoring?
A.2 Wofür braucht man Scoring?
A.3 Wie scort man?
A.4 Nach welchen Regeln wird gescort?
A.5 Welche Scoringsysteme gibt es?
A.6 Wo ist das deutsche Scoringsystem beschrieben?
A.7 Wo bekommt man das Scoringlehrbuch?
A.8 Wie oft ändern sich die Scoringregeln?
A.9 Wer darf scoren?
A.10 Muss ein Scorer alle Regeln kennen?
A.11 Muss ein Scorer selber mal Baseball oder Softball gespielt haben?
A.12 Wo bekommt man Informationen zum Scoring?

B. LIZENZEN

B.1 Welche Lizenzen gibt es?
B.2 Gibt es auch internationale Lizenzen?
B.3 Wie bekommt man eine Lizenz?
B.4 Wie lange sind Lizenzen gültig?
B.5 Wie verlängert man seine Lizenz?
B.6 Kann eine Lizenz auch entzogen werden?
B.7 Wie setzt sich die Lizenznummer zusammen?

C. LEHRGÄNGE

C.1 Wann und wo finden Lehrgänge statt?
C.2 Wer darf an den Lehrgängen teilnehmen?
C.3 Was kostet ein Lehrgang?
C.4 Wie wird man Scorerausbilder?

D. ORGANISATION

D.1 Wer regelt das Scoring in Deutschland?
D.2 Welche Dokumente sind wichtig für Scorer?
D.3 Wo bekommt man die Ordnungen und Richtlinien?

E. SCORING

E.1 Was ist ein Scoresheet?
E.2 Welche Scoresheets müssen benutzt werden?
E.3 Wer bekommt die Durchschläge?

F. HÄUFIGE FEHLER BEIM SCOREN

F.1 Run wird gezählt bei drittem Aus
F.2 Läufer werden auf den Bases vergessen
F.3 Zu viele Runs bei Sieg im letzten Inning
F.4 Falsche oder fehlende Spielzüge
F.5 Vergabe von Hits und Errors
F.6 Hit-Vergabe bei Forceout eines Läufers
F.7 Hit-Vergabe bei out eines Läufers
F.8 Keine Unterscheidung E/e
F.9 Sacrifice Hits werden nicht erkannt
F.10 Sacrifice Hits werden falsch vergeben
F.11 Sacrifice Flies werden nicht erkannt
F.12 Sacrifice Flies werden falsch vergeben
F.13 Stolen Base bei geschlagenem Ball
F.14 Caught Stealing bei geschlagenem Ball
F.15 Caught Stealing nach Wild Pitch/Passed Ball
F.16 Pickoff statt Caught Stealing
F.17 Zu wenig/Zu viele RBIs
F.18 Zu häufige Verwendung von Fielder´s Choice
F.19 Nummern bei SB/WP/PB/BK fehlen
F.20 Error bei fallen gelassenem Foulball
F.21 Wechsel werden falsch markiert
F.22 Fehler in der Inningsummation
F.23 „X Aus als der Siegpunkt erzielt wurde“

G. HÄUFIGE FEHLER BEIM AUSWERTEN

G.1 Fehler in Offensivstatistiken
G.1.1 Falsche Bestimmung der At Bats
G.1.2 Falsche Zählung der Hits

G.2 Fehler in Defensivstatistiken
G.2.1 Fehler bei Catcher-Putouts
G.2.2 Designated Hitter/Designated Player

G.3 Fehler in Pitchingstatistiken
G.3.1 Fehler bei Earned Runs
G.3.2 Earned-Run-Fehler bei Pitcherwechsel
G.3.3 Innings Pitched bei verkürzten Innings
G.3.4 Vergabe von Win/Loss/Save

H. PRÜFSUMMEN

H.1 Was sind Prüfsummen?
H.2 Box Score Balance
H.3 Anzahl Plate Appearances
H.4 Anzahl Runs
H.5 Anzahl RBI
H.6 Anzahl Hits
H.7 Anzahl Putouts
H.8 Anzahl Errors
H.9 Batting = Pitching
H.10 Batting = Catching

I. SPIELBETRIEB

I.1 In welchen Ligen müssen die Scoresheets ausgewertet werden?
I.2 Wohin müssen die Scoresheets geschickt werden?
I.3 Wann müssen die Scoresheets abgeschickt werden?
I.4 Wer zählt die Einsätze der Scorer?
I.5 Was sind Scoringstrafen?

J. STATISTIKEN

J.1 Wofür braucht man Statistiken?
J.2 Wer erstellt Statistiken?
J.3 In welchen Ligen werden Statistiken erstellt?
J.4 Wie bekommt man Statistiken?
J.5 Warum gibt es in Ranglisten Mindestwerte?
J.6 Gibt es Scoringprogramme?

A. ALLGEMEIN

A.1 Was ist Scoring?

Scoring ist das Protokollieren aller wichtigen Aktionen eines Baseball-/Softballspiels, d.h. aller Aktionen die zu einem Aus eines Schlagmanns/Läufers oder zum Erreichen eines Base durch einen Schlagmann/Läufer führen.

A.2 Wofür braucht man Scoring?

Scoring ist eine notwendige Voraussetzung für einen regelgerechten Spielablauf.

Der Scorer

  • erstellt den offiziellen Spielbericht für den Verband.
  • notiert alle eingesetzten Spieler, damit deren Spielberechtigung durch die ligaleitende Stelle überprüft werden kann.
  • zählt die Runs und ermittelt das offizielle Endergebnis.
  • unterstützt jederzeit die Schiedsrichter bei Nachfragen (z.B. Anzahl der Aus, Position der Läufer zum Zeitpunkt des Pitches).
  • notiert alle Spielerwechsel.
  • überwacht die Schlagreihenfolge und unterstützt die Schiedsrichter bei Batting-Out-of-turn Situationen.
  • erstellt eine statistische Auswertung aller Offensiv-, Defensiv- und Pitchingaktionen aus der die Statistikstelle die Ligastatistiken erstellt.

Viele Leute denken beim Thema Scoring nur an die Statistiken und übersehen dabei, wie wichtig Scoring für die Spieldurchführung ist.

A.3 Wie scort man?

Man verwendet für jede Mannschaft ein eigenes Blatt. Auf diesem Blatt wird zuerst die Mannschaftsaufstellung eingetragen. Für jeden Spieler gibt es mehrere Kästchen mit einem Rautensymbol, das das Infield symbolisiert. In die Kästchen wird eingetragen, wie ein Spieler ausgemacht wurde oder welches Base er durch welche Aktion erreicht hat. [SB Kap. 2 und 3]

A.4 Nach welchen Regeln wird gescort?

Man muss unterscheiden zwischen den eigentlichen Scoringregeln und dem verwendeten Scoringsystem (siehe A.5). Die Scoringregeln sind Teil der offiziellen Baseball- und Softballregeln und befinden sich im Kapitel 9 des Baseball-Regelbuchs und in Kapitel 12 des Softball-Regelbuchs.

A.5 Welche Scoringsysteme gibt es?

Es gibt viele verschiedene Scoringsysteme. Das unter A.3 beschriebene Prinzip wird aber von fast allen verwendet. Die Systeme unterscheiden sich vor allem bei den Abkürzungen und bei den Notationen bestimmter Ereignisse, z.B. Auswechslungen oder Double Plays. Außerdem werden unterschiedliche Daten in der Auswertung erfasst. In Deutschland wird nach einem einheitlichen System gescort, das im Scoringlehrbuch des DBV beschrieben ist. Auch für internationale Turniere der IBAF und CEB gibt es ein einheitliches Scoringsystem, das im IBAF Scoring Manual detailliert beschrieben ist.

A.6 Wo ist das deutsche Scoringsystem beschrieben?

Im offiziellen Lehrbuch des DBV: Scoring, Sven Müncheberg/Gerhard Gilk, 5. Auflage (2009). Zusätzlich muss das Änderungsblatt beachtet werden.

A.7 Wo bekommt man das Scoringlehrbuch?

Das Scoring-Lehrbuch kann im Online-Shop des DBV bestellt werden. Es kostet z.Zt. € 14,90 + Versandkosten.

Das Änderungsblatt kann hier kostenlos heruntergeladen werden.

A.8 Wie oft ändern sich die Scoringregeln?

Selten, denn die Scoringregeln und das deutsche Scoringsystem sind sehr ausgereift. Alle paar Jahre werden kleinere Verbesserungen eingeführt, aufgrund von Regeländerungen im Baseball/Softball oder wegen Änderungen der Bundesspielordnung. Falls der Ausschuss Bildung Änderungen des Scoringsystems beschließt, dann werden diese auf dem Änderungsblatt zum Scoringbuch beschrieben und an alle Landesverbände und deren Scorer verteilt.

A.9 Wer darf scoren?

Scoren darf nur, wer im Besitz einer gültigen Scorer-Lizenz ist [BUSPO 7.2.01]. Siehe dazu auch B. LIZENZEN.

A.10 Muss ein Scorer alle Baseball- bzw. Softballregeln kennen?

Ein Scorer muss die kompletten Scoringregeln kennen. Die eigentlichen Spielregeln muss er nicht komplett beherrschen, aber es muss sie gut genug kennen, um alle auftretenden Spielsituationen verstehen zu können. Er muss die taktischen Elemente der Offensive wie Steals und Sacrifices und die Aktionen der Defensive wie Intentional Walks, Double Plays, Force Plays und Appeals kennen. Er muss wissen was ein Balk ist, er muss aber nicht alle Aktionen kennen, die einen Balk auslösen.

Sehr wichtig ist die Kenntnis der Regeln für

  • das Zählen von Runs (Baseball-Regel 5.08, Softball-Regel 5 Abschnitt 7),
  • Batting out of Turn/Order (BB-Regel 6.03 b., SB-Regel 7 Abschnitt 2),
  • Infield Fly (BB-Regel Begriffsdefinitionen, SB-Regel 4 Abschnitt 5),
  • Designated Hitter/Player (BB-Regel 5.11, SB-Regel 1 Abschnitt 56) und
  • Fallengelassener dritter Strike (BB-Regel 5.09., SB-Regel 8 Abschnitt 1b).

Ein Scorer sollte auf jeden Fall ein aktuelles Regelbuch besitzen, denn nicht alle Scoringregeln sind auch im Lehrbuch abgedruckt. Ein Scorer sollte außerdem die relevanten Artikel der DBV-Ordnungen und der Ordnungen seines Landesverbandes kennen (siehe D.2).

A.11 Muss ein Scorer selber mal Baseball oder Softball gespielt haben?

Nein. Es wäre aber sehr hilfreich zum besseren Verständnis des Spiels. Ein Scorer muss zumindest den Spielablauf, die wichtigsten Spielregeln und die taktischen Grundzüge des Spiels verstehen. Außerdem muss er die Fachbegriffe kennen, wie z.B. Appeal, Double Play, Force Play, Rundown, Slide, Sacrifice, Tag Play usw.

A.12 Wo bekommt man Informationen zum Scoring?

Ausschuss Bildung des DBV

Scorerobmann Sven Müncheberg
Telefon: 089/769 36 31
e-mail: muencheberg@baseball-softball.de

B. LIZENZEN

B.1 Welche Lizenzen gibt es?

A-Lizenzen berechtigen zum Scoren in den Bundesligen und darunter. [BUSPO 7.2.01]

B-Lizenzen berechtigen zum Scoren in den Regionalligen und darunter. [BUSPO 7.2.01]

C-Lizenzen berechtigen zum Scoren in den Bezirks- und Landesligen, sowie im Nachwuchsbereich. [BUSPO 7.2.01]

A-Lizenzen werden vom DBV ausgestellt, B- und C-Lizenzen von den Landesverbänden. [AO 3.1]

B.2 Gibt es auch internationale Lizenzen?

Es gibt im DBV einen Kader von Scorern, aus dem die Scorer für Einsätze auf internationalen Turnieren (WM, EM, Europapokale) nominiert werden. Die Liste kann hier heruntergeladen werden. Die Nominierungen für den Kader und für Turniere nimmt der Ausschuss Bildung vor.

B.3 Wie bekommt man eine Lizenz?

Um eine Lizenz zu erhalten, muss man einen Lehrgang der entsprechenden Stufe besuchen und eine Prüfung bestehen [AO 3.2]. Siehe dazu auch C. LEHRGÄNGE.

B.4 Wie lange sind Lizenzen gültig?

Zwei Jahre. [AO 3.3]

B.5 Wie verlängert man seine Lizenz?

Damit die Lizenz verlängert werden kann, müssen B- und C-Scorer in den letzten zwei Jahren mindestens sechs Spiele gescort haben [AO 3.4.2]. Für die Verlängerung von B- und C-Lizenzen sind die Landesverbände zuständig.

A-Scorer müssen mindestens zehn Spiele gescort und in den letzten vier Jahren einen Lehrgang oder eine Fortbildung besucht haben [AO 3.4.1]. Für die Verlängerung von A-Lizenzen ist der Scorerobmann des DBV zuständig (Adresse siehe A.12). A-Scorer, die die Bedingungen für die Verlängerung erfüllen, bekommen ihre Lizenz automatisch verlängert. Wer die Bedingungen nicht erfüllt, kann einen Antrag auf eine Ausnahmeverlängerung an den DBV Scorerobmann stellen.

B.6 Kann eine Lizenz auch entzogen werden?

Ja. Bei groben Verstößen gegen die Bundesspielordnung oder die Ausbildungsordnung können die Landesverbände B- und C-Lizenzen oder der Ausschuss Bildung des DBV A-Lizenzen einziehen. Verstöße sind z.B. das wiederholte Nichtantreten zu einem Spiel. [AO 3.6]

B.7 Wie setzt sich die Lizenznummer zusammen?

{Landesverband}-{Lizenzstufe}-{Jahr der Ausstellung}-{lfd. Nummer}  [AO 3.3]

C. LEHRGÄNGE

C.1 Wann und wo finden Lehrgänge statt?

A-Lehrgänge finden normalerweise zwischen Januar und März statt. Die Orte wechseln, in der Vergangenheit gab es Lehrgänge in Bonn, Frankfurt, Darmstadt, Paderborn oder Regensburg. Pro Jahr wird ein A-Lehrgang durchgeführt.

Der A-Lehrgang dauert drei Tage (inklusive Prüfung). A-Fortbildungen werden zweimal pro Jahr durchgeführt, ebenfalls im Zeitraum zwischen Januar und März. Lehrgangsorte waren bisher Frankfurt, Hamburg, Hannover, Heidenheim, Ingolstadt, Paderborn und Regensburg. Die A-Fortbildung dauert einen Tag.

B-Lehrgänge und C-Lehrgänge werden zwischen Oktober und März von den Landesverbänden durchgeführt. Die Lehrgangsdauer beträgt inklusive Prüfung zwei bis vier Tage.

C.2 Wer darf an den Lehrgängen teilnehmen?

An A-Lehrgängen darf teilnehmen, wer mindestens 16 Jahre alt ist, eine B-Lizenz und zwei Jahre Scoringerfahrung besitzt und mindestens 15 Spiele gescort hat. [AO 3.8.4]

An B-Lehrgängen darf teilnehmen, wer mindestens 16 Jahre alt ist und eine C-Lizenz besitzt. Die Landesverbände können weitere Zulassungsvoraussetzungen bestimmen. [AO 3.9.4]

An C-Lehrgängen darf teilnehmen, wer mindestens 14 Jahre alt ist. [AO 3.10.4]

C.3 Was kostet ein Lehrgang?

A-Lehrgang: ca. 120 Euro (zzgl. Anfahrt, Unterkunft und Verpflegung)

A-Fortbildung: ca. 65-70 Euro

B-Lehrgang, C-Lehrgang: je nach Landesverband (ca. 0-100 Euro)

C.4 Wie wird man Scorerausbilder?

Um eine einheitliche Ausbildung bei hoher Qualität sicherzustellen, dürfen Scorerlehrgänge im DBV und seinen Landesverbänden nur von ausgebildeten und lizenzierten Ausbildern geleitet werden. Über die Lizenzierung entscheidet auf Antrag der Ausschuss Bildung des DBV. Der Antragsteller muss seine fachliche und überfachliche Qualifikation nachweisen. LV-Ausbilder sind berechtigt, B- und C-Lizenzlehrgänge in den Landesverbänden durchzuführen. A-Ausbilder dürfen A-, B- und C-Lizenzlehrgänge durchführen. Die Anforderungen an die fachliche und überfachliche Qualifikation sind in Kapitel 5 der DBV Ausbildungsordnung definiert.

D. ORGANISATION

D.1 Wer regelt das Scoring in Deutschland?

Der Ausschuss Bildung des DBV (Adresse des Scorerobmanns siehe A.12). Der Ausschuss Bildung setzt sich zusammen aus dem DBV Vizepräsidenten für Bildung, einem Mitarbeiter der DBV-Geschäftstelle, je einem Vertreter für Scorer, Schiedsrichter und Trainer sowie einem Mitglied für allgemeine Bildungsfragen.

D.2 Welche Dokumente sind wichtig für Scorer?

Neben dem Regelbuch, dem Scoringbuch und dem Änderungsblatt sollten Scorer die folgenden Ordnungen und Richtlinien kennen:

a. DBV Bundesspielordnung – Regelt die Durchführung des Spielbetriebs im DBV. Artikel 7 regelt die Rechte und Pflichten des Scorers.
b. DBV Ausbildungsordnung – Regelt die Ausbildung von Schiedsrichtern, Scorern und Trainern. Artikel 3 regelt die Ausbildung von Scorern.
c. Durchführungsverordnung (DVO) – Enthält zusätzliche Bestimmungen für den Spielbetrieb im Landesverband.
d. Scoringrichtlinien der Landesverbände – Enthalten eine Zusammenfassung der wichtigsten Anweisungen für Scorer und weisen auf Regeländerungen hin.

D.3 Wo bekommt man die Ordnungen und Richtlinien?

Die DBV Ordnungen und Richtlinien können hier heruntergeladen werden.

Ordnungen und Richtlinien der Landesverbände findet man auf den Webseiten der Landesverbände.

E. SCORING

E.1 Was ist ein Scoresheet?

Ein Scoresheet ist ein Formular, auf dem die für das Scoring notwendigen Felder und Statistikspalten abgedruckt sind. Pro Mannschaft braucht man ein Scoresheet, also immer zwei pro Spiel. Das Scoresheet besteht aus einem Original und zwei Durchschlägen.

E.2 Welche Scoresheets müssen benutzt werden?

Es dürfen nur die offiziellen Scoresheets des DBV verwendet werden, die seit 2009 in Gebrauch sind. Ältere DBV-Scoresheets dürfen nicht mehr verwendet werden. [BUSPO 4.3.08]

E.3 Wer bekommt die Durchschläge?

Das Originalscoresheet wird an den zuständigen Verband geschickt. Die Heim- und die Gastmannschaft bekommen je einen Durchschlag. [BUSPO 7.3.02]

F. HÄUFIGE FEHLER BEIM SCOREN

F.1 Run wird gezählt bei drittem Aus

Fehler: Wenn das dritte Aus eines Innings ein Force Out ist, so kann ein Läufer, der während dieses Spielzugs das Home Plate erreicht, keinen Run erzielen [OBR Regel 5.08] [ORS Regel 5 Abschnitt 7]. Manchmal wird diese Regel nicht beachtet und der Run wird trotzdem gezählt.

Korrektur: Möglich. Dieser Fehler ist korrigierbar, wenn der Läufer durch X.. Home Plate erreicht und eindeutig erkennbar ist, dass der zugehörige Schlagmann durch ein Forceout ausgemacht wurde. Möglich ist auch ein FC beim Schlagmann und ein Forceout bei einem anderen Läufer (z. B. 6-4 am zweiten Base).

F.2 Läufer werden auf den Bases vergessen

Fehler: Bei hektischen Innings mit vielen Läufern und Aktionen werden manchmal Läufer auf den Bases stehengelassen, die eigentlich einen Punkt erzielt haben.

Korrektur: Möglich. Vergessene Läufer sind daran erkennbar, dass nachfolgende Läufer gescort haben. Zusätzlich muss man noch kontrollieren, ob es drei Aus im Inning gab und nicht eventuell das Aus dieses Läufers vergessen wurde. Wenn der Läufer also nicht ausgemacht wurde und nachfolgende Läufer gescort haben, so muss auch der vergessene Läufer einen Run erzielt haben und der Run kann nachträglich notiert werden.

F.3 Zu viele Runs bei Sieg im letzten Inning

Fehler: Gewinnt die Heimmannschaft das Spiel erst im letzten Inning, kann sie nur mit einem Run Unterschied gewinnen, weil das Spiel sofort endet, wenn der Siegpunkt erzielt wird (Ausnahme: Homerun) [OBR Regel 9.06 f. und g] [ORS Regel 12, Abschnitt 2b) 3.f)]. Oft werden aber zu viele Runs notiert, besonders bei Extra-Base-Hits.

Korrektur: Möglich. Anhand des Linescores kann man sofort feststellen, ob die Heimmannschaft erst im letzten Inning das Spiel gewonnen hat. Auch der Zusatz „0/1/2 Aus, als der Siegpunkt erzielt wurde“ ist ein guter Indikator. Hat der Scorer zu viele Runs vergeben, können diese gestrichen werden. Eventuell muss auch ein Extra-Base-Hit des letzten Schlagmannes geändert werden, weil der Schlagmann nur so viele Bases vorrücken darf, wie der Läufer, der den Siegpunkt er zielt (Ausnahme: Homerun).

F.4 Falsche oder fehlende Spielzüge

Fehler: Spielzüge werden manchmal bei falschen Läufern notiert (z. B. 6-4 beim Schlagmann statt beim Läufer auf dem ersten Base), mit falschen Positionsnummern notiert, unvollständig notiert (z. B. CS, SF ohne Spielzug, CS 6-2 statt CS 2-6-2) oder komplett vergessen.

Korrektur: Keine eindeutige Korrektur möglich. Bei fehlenden Spielzügen kann man höchstens den wahrscheinlichsten Spielzug eintragen, z. B. CS 2-4 bei einem CS am zweiten Base ohne Spielzug oder SF8 bei einem SF ohne Spielzug. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Statistik stimmt ist dann auf jeden Fall höher als ganz ohne Spielzug. Außerdem stimmt dann die Anzahl der Putouts und der Fielding Average der Mannschaft und die Prüfsummen gehen auf.

F.5 Vergabe von Hits und Errors

Fehler: Der Scorer vergibt statt eines Hits einen Error oder umgekehrt. [OBR 9.05] [ORS Regel 12 Abschnitt 2b Absatz 3 und Abschnitt 3]

Korrektur: Nicht möglich (Ausnahmen in Kapitel F.6 und F.7).

F.6 Hit-Vergabe bei Forceout eines Läufers

Fehler: Manchmal wird dem Schlagmann ein Hit gegeben, obwohl gleichzeitig ein Läufer in einem Forceout ausgemacht wurde. Wenn ein Schlagmann das erste Base erreicht, während ein Läufer durch ein Force Play ausgemacht wird, darf man dem Schlagmann aber nie ein Base Hit geben, egal wie gut der Schlag war. Der Schlagmann erreicht das erste Base durch FC. [OBR Regel 9.06] [ORS Regel 12, Abschnitt 3]

Korrektur: Teilweise möglich. Gibt es ein Infield-Aus eines Läufers ohne CS oder PK, dazu eine Forcesituation und kein FC beim Schlagmann, kann ein Fehler vorliegen. Beispiel: 6-4 beim Läufer vom ersten Base, 1B beim Schlagmann. Bevor man Korrekturen vornimmt, sollte man sich aber genau alle möglichen Spielsituationen überlegen oder den Scorer kontaktieren. Die Ursache könnte auch ein Infield-Aus ohne geschlagenen Ball sein (z. B. nach einem fallen gelassenen Pitch durch den Catcher) oder eine andere ungewöhnliche Aktion.

F.7 Hit-Vergabe bei Aus eines Läufers

Fehler: Manchmal wird einem Schlagmann ein Hit aberkannt, wenn er den Ball ins Outfield schlägt und dabei ein Läufer ausgemacht wird. (z. B. Schlagmann FC, Läufer X5 und 8-6-5).

Korrektur: Möglich. Gibt es ein Aus eines Läufers ohne Force aber mit Outfield-Assist und ein FC beim Schlagmann, dann kann man mit einiger Sicherheit davon ausgehen, dass der Schlagmann den Ball ins Outfield geschlagen hat und einen Base Hit bekommen muss.

F.8 Keine Unterscheidung E/e

Fehler: Manche Scorer haben Probleme zwischen Decisive Errors und Extra-Base Errors zu unterscheiden und verwenden E/e falsch. [SB 3.12]

Korrektur: Meistens nicht möglich. Nur bei einer Assist-Vergabe mit kleinem e (z. B. 1-e3) kann man eventuell von einem Decisive Error ausgehen und das e in ein E verwandeln.

F.9 Sacrifice Hits werden nicht erkannt

Fehler: Sacrifice Hits werden gelegentlich übersehen. Ein SH liegt immer dann vor, wenn der Schlagmann bei weniger als zwei Aus einen Bunt macht und die Verteidigung ihn dadurch ausmachen kann. Mindestens ein Läufer kann dadurch ein Base vorrücken und kein Läufer kann ausgemacht werden. [OBR Regel 9.08]

Korrektur: Nicht möglich. Aus dem Scoresheet ist nicht erkennbar, ob es sich um einen Bunt oder ein normales Groundout gehandelt hat.

F.10 Sacrifice Hits werden falsch vergeben

Fehler: Manchmal wird ein SH vergeben, obwohl ein Läufer ausgemacht wurde oder kein Läufer vorgerückt ist. [OBR Regel 9.08]

Korrektur: Teilweise möglich. Ob ein Läufer ausgemacht wurde erkennt man am SH FC und einem Spielzug auf einen Läufer. Allerdings kann man nicht immer mit absoluter Sicherheit feststellen, ob das Aus im gleichen Spielzug wie der SH passiert ist. Im Zweifelsfall muss man beim Scorer nachfragen. Ob mindestens ein Läufer vorgerückt ist, lässt sich daran erkennen, ob es ein X.. mit der Nummer des buntenden Schlagmanns gibt.

F.11 Sacrifice Flies werden nicht erkannt

Fehler: Sacrifice Flies werden gelegentlich übersehen. Ein SF wird vergeben, wenn bei weniger als zwei Aus der Schlagmann einen Flyball ins Outfield schlägt, der von der Verteidigung gefangen werden kann und wenn dadurch ein Läufer nach Home Plate vorrücken kann [OBR Regel 9.08] [ORS Regel 12 Abschnitt 4]

Korrektur: Teilweise möglich. Gibt es einen Läufer, der mit X.. Home Plate erreicht hat und war der entsprechende Schlagmann durch ein Flyout eines Outfielders aus, dann muss ein Sacrifice vorliegen und man kann das F.. in ein SF.. ändern. Fehlende Sacrifice Flies durch Infielder, die ins Outfield gelaufen sind, lassen sich aber nachträglich nicht eindeutig bestimmen und korrigieren.

F.12 Sacrifice Flies werden falsch vergeben

Fehler: Manchmal wird ein SF vergeben, obwohl die Voraussetzungen gar nicht erfüllt sind, z. B. wenn ein Läufer nur vom zweiten zum dritten Base vorrückt. [OBR Regel 9.08] [ORS Regel 12 Abschnitt 4]

Korrektur: Möglich. Gibt es zu einem SF kein RBI und ist kein Läufer mit X.. nach Home Plate vorgerückt, dann sind die Voraussetzungen für einen SF nicht erfüllt und man kann den SF.. in ein normales F.. ändern.

F.13 Stolen Base bei geschlagenem Ball

Fehler: Oft wird ein SB vergeben, wenn der Läufer schon vor dem Pitch loslief, obwohl ein geschlagener Ball im Spiel war.

Korrektur: Normalerweise nicht möglich. Ob ein Steal beim geschlagenen Ball oder bereits einen Pitch vorher passiert ist, kann aus dem Scoresheet nicht abgelesen werden. Ausnahme: Wenn ein Steal gar nicht möglich wäre, weil das nächste Base noch von einem Läufer besetzt ist und dieser das Base erst beim Schlag räumt (erkennbar durch X..).

F.14 Caught Stealing bei geschlagenem Ball

Fehler: Es wird ein CS vergeben, obwohl ein geschlagener Ball im Spiel ist.

Korrektur: Teilweise möglich. Ein X.. mit folgendem CS 8-6-2 bei einem Läufer bei gleichzeitigem Hit durch einen Schlagmann weist auf eine falsche Vergabe von CS hin. Ein CS mit Outfield-Assist deutet immer auf einen Fehler hin, denn die Initiative des Läufers kann eigentlich nur vorliegen, wenn der Ball im Infield war. Im Zweifelsfall sollte der Scorer befragt werden.

F.15 Caught Stealing nach Wild Pitch/Passed Ball

Fehler: Es darf nur dann ein CS vergeben werden, wenn im Erfolgsfall auch ein SB vergeben worden wäre. Entschließt sich ein Läufer nur wegen eines fallen gelassenen Balles des Catchers dazu, zum nächsten Base zu laufen und wird er auf dem Weg dorthin ausgemacht, dann ist dies ein einfaches Assisted Out und kein CS. Ein CS darf nur vergeben werden, wenn der Läufer selbst die Initiative ergriffen hat.

Korrektur: Teilweise möglich. Ein CS 2-1 am Home Plate ist mit einem normalen Spielzug kaum zu erklären und deutet auf einen fallen gelassenen Pitch des Catchers hin, der danach zum Pitcher am Home Plate warf. An allen anderen Bases ist anhand des Scoresheets keine Unterscheidung zwischen einem echten CS und einem Aus nach einem fallen gelassenen Ball möglich.

F.16 Pickoff statt Caught Stealing

Fehler: Einige Scorer kennen nicht die Regel, dass statt PK ein CS gescort wird, wenn der Läufer nach dem Pickoff versucht, zum nächsten Base vorzurücken. [OBR 9.07 h.]

Korrektur: Teilweise möglich. Wird ein PK mit mehreren Assists gescort (z. B. PK 1-3-6), so kann man mit Sicherheit davon ausgehen, dass der Läufer zum nächsten Base vorrücken wollte. In diesem Fall kann man das PK durch CS ersetzen. Wird nur ein Assist vergeben (z. B. PK 1-3), so ist aus dem Scoresheet nicht erkennbar, ob der Läufer versucht hat, zum nächsten Base vorzurücken oder nicht.

F.17 Zu wenig/Zu viele RBIs

Fehler: Manchmal wird vergessen, dass ein Schlagmann ein RBI bekommt, wenn er bei Bases Loaded durch BB, HP oder Interference/Obstruction das erste Base erreicht. In hektischen Innings mit vielen Aktionen und Läufern werden auch gelegentlich RBIs vergessen. Gelegentlich werden RBIs vergeben, wenn bei zwei Aus der Schlagmann durch E.. das erste Base erreicht, was aber nicht korrekt ist, denn der Läufer konnte nur durch den Error einen Run erzielen. Auch die Sonderregel, dass bei einem Force Double Play/Reverse Force Doubly Play kein RBI vergeben werden darf, ist manchen Scorern nicht geläufig. [OBR Regel 9.04]

Korrektur: Möglich. Zu jedem Läufer, der mit X.. Home Plate erreicht, muss es auch ein RBI des genannten Schlagmanns geben, sofern kein Force Double Play/Reverse Force Doubly Play passiert ist.

F.18 Zu häufige Verwendung von Fielder´s Choice

Fehler: Viel zu oft wird bei Läufern FC statt X.. geschrieben. FC wird bei einem Läufer nur in drei Fällen verwendet. [OBR Begriffsdefinitionen]

  1. Der Schlagmann schlägt ein Base Hit und erreicht wegen eines Spielzugs auf einen Läufer ein zusätzliches Base.
  2. Es passiert ein Double Steal und einer der beiden Läufer wird mit CS ausgemacht (der andere Läufer erhält kein SB sondern ein FC).
  3. Ein Läufer erreicht ein zusätzliches Base, weil die Verteidigung keine Anstrengung unternimmt, ihn auszumachen.

Es ist nicht korrekt, einen Läufer mit FC vorrücken zu lassen, nur weil man der Meinung ist, dass die Verteidigung die Möglichkeit hatte, diesen Läufer statt des Schlagmanns auszumachen. Auch die Unsitte, bei gestohlenen Bases in 1-3-Situationen grundsätzlich FC statt SB zu scoren, nur weil der Catcher keinen Wurf ans zweite Base versucht, ist nicht korrekt.

Korrektur: Obwohl die häufige Verwendung von FC auf Scoresheets meistens auffällt, ist eine Korrektur nicht möglich.

F.19 Nummern bei SB/WP/PB/BK fehlen

Fehler: Bei der Vergabe von SB/WP/PB/BK wird oft die Nummer des Schlagmanns vergessen, der zu diesem Zeitpunkt am Schlag war.

Korrektur: Teilweise möglich. WP und BK lassen sich eindeutig auf die Pitcher zuordnen, wenn bei einem Pitcherwechsel die Position der Läufer durch Kringel markiert wurden. PB lassen sich nach einem Catcherwechsel möglicherweise nicht mehr eindeutig zuordnen. SB lassen sich eindeutig zuordnen, wenn bei einer Auswechslung eines Läufers auf Base die Linie ans Base gezeichnet wird.

F.20 Error bei fallen gelassenem Foulball

Fehler: Es wird kein Error vergeben, obwohl ein fangbarer Foul Flyball fallen gelassen wurde. [OBR Regel 9.12 a. 2]

Korrektur: Nicht möglich, weil die Aktion nach dem Spiel nicht mehr erkennbar ist..

F.21 Wechsel werden falsch markiert

Fehler: Bei Spielerwechseln werden teilweise falsche Zeitpunkte eingetragen oder die senkrechten Linien beim Batting oder die Schlangenlinie beim Pitching werden vergessen.

Korrektur: Teilweise möglich. Stimmen die Wechselzeitpunkte, können die senkrechten Linien und Schlangenlinien auch nachträglich gezogen werden. Sind die Wechselzeitpunkte falsch, aber wurden die Linien korrekt gezogen, so kann nur der Wechselzeitpunkt eines Pitchers eindeutig bestimmt werden. Die korrekte Zuordnung der Aktionen auf die Spieler ist dann aber trotzdem möglich.

F.22 Fehler in der Inningsummation

Fehler: Häufig werden Fehler bei der Berechnung der Inning- und der Gesamtinningsummation gemacht. Besonders oft werden die LOB falsch gezählt.

Korrektur: Möglich, durch erneutes Auswerten der Inningsummation.

F.23 „X Aus als der Siegpunkt erzielt wurde“

Fehler: Viele Scorer vergessen die Notation „0/1/2 Aus, als der Siegpunkt erzielt wurde.“ [SB Kap. 6.1]

Korrektur: Möglich. Es ist immer erkennbar, bei welcher Anzahl Aus ein Spiel beendet wurde, sofern die Aus korrekt notiert wurden.

G. HÄUFIGE FEHLER BEIM AUSWERTEN

Fehler beim Auswerten sind immer korrigierbar mit Ausnahme der Earned Run-Bestimmung, weil nach dem Spiel nicht immer klar ist, welche Art von Error passiert ist oder wie die Läufer vorgerückt sind.

G.1 Fehler in Offensivstatistiken

G.1.1 Falsche Bestimmung der At Bats

Die folgenden Aktionen sind keine At Bats: BB, HP, SH, SF, LT, CI, TIE und Erreichen des ersten Base durch Obstruction. [SB 7.2]

Die Anzahl der At Bats wird durch die Prüfsumme Plate Appearances kontrolliert (siehe H.3).

G.1.2 Falsche Zählung der Hits

In die Spalte H muss die Summe aller Hits eingetragen werden und nicht nur die Summe der Singles. Es gilt: H = 1B + 2B + 3B + HR. [SB 7.5]

Die Anzahl der Hits wird durch die Prüfsumme Hits kontrolliert (siehe H.6).

G.2 Fehler in Defensivstatistiken

G.2.1 Fehler bei Catcher-Putouts

Für jedes K, K U2 und OBR K muss dem Catcher ein Putout angeschrieben werden. Keine Putouts für den Catcher sind dagegen: K PB, K WP sowie Assisted Plays wie K 2-3. [SB 7.6]

G.2.2 Designated Hitter/Designated Player

Wurde ein Designated Hitter (DH) oder Designated Player (DP) eingesetzt, muss der Spieler, für den der DH/DP geschlagen hat die Defensivaktionen angeschrieben bekommen. Es muss kontrolliert werden, dass dies auch passiert ist und die Defensivaktionen nicht fälschlicherweise dem DH/DP angeschrieben oder komplett vergessen wurden.

G.3 Fehler in Pitchingstatistiken

G.3.1 Fehler bei Earned Runs

Bei den Earned Runs werden am häufigsten Fehler bei der Auswertung gemacht. Die kompletten Regeln für die Earned Run-Bestimmung können hier nicht wiedergegeben werden, sondern müssen im Regelbuch oder im Scoring-Lehrbuch nachgeschlagen werden [OBR Regel 9.16]. Zusammengefasst lässt sich feststellen:

a. In einem Inning ohne Errors oder Passed Balls müssen alle Runs earned sein.

b. Alle Runs, die nach der dritten defensiven Möglichkeit erzielt werden, sind Unearned Runs.

c. Schlagmänner, die durch E.. das erste Base erreichen und später einen Run erzielen, können keine Earned Runs sein.

d. Läufer, die durch E.. ein Base erreichen, können keine Earned Runs sein.

e. Läufer, die nur mit Hilfe von e.. oder PB einen Run erzielen, sind Unearned Runs.

G.3.2 Earned-Run-Fehler bei Pitcherwechsel

Nach Pitcherwechseln sind vor allem zwei Dinge zu beachten:

a. Wenn ein Pitcher mit einem Läufer auf Base ausgewechselt wird und dieser Läufer danach in einem Spielzug ausgemacht wird, bei dem der Schlagmann mit FC das erste Base erreicht, dann ist der ausgewechselte Pitcher für den neuen Läufer auf dem ersten Base verantwortlich, obwohl der Läufer erst auf Base kam, als der Pitcher bereits ausgewechselt war (Runübertragung). Falls dieser Läufer einen Run erzielt, wird der Run dem ausgewechselten Pitcher angerechnet. [OBR Regel 9.16 g.]

b. Sind vor einem Pitcherwechsel Decisive Errors passiert, so werden diese nicht genutzten defensiven Möglichkeiten bei der Earned Run-Bestimmung für den neuen Pitcher nicht berücksichtigt. Man verwendet statt dessen die tatsächliche Anzahl der Aus zum Zeitpunkt der Auswechslung. Das kann dazu führen, dass nach einem Pitcherwechsel wieder Earned Runs auftreten, obwohl es vor dem Wechsel nur Unearned Runs gab.

G.3.3 Innings Pitched bei verkürzten Innings

Gewinnt die Heimmannschaft ein Spiel im letzten Inning und wird dieses Inning dadurch nicht komplett gespielt, dann wird häufig eine falsche Anzahl von Innings Pitched (IP) beim Pitcher eingetragen. Oft wird einfach die Gesamtanzahl der gespielten Innings notiert, anstatt die tatsächliche Anzahl der Aus zu berücksichtigen. Endet ein Spiel beispielsweise bei zwei Aus im siebten Inning, dann wird häufig 7 IP notiert, statt 6.2 IP. Dieser Fehler wird sofort sichtbar, wenn man die Prüfsumme für Putouts anwendet (siehe H.7).

G.3.4 Vergabe von Win/Loss/Save

Die Vergabe von Win, Loss und Save ist gerade bei mehrfachen Auswechslungen der Pitcher schwierig und fehleranfällig. Hier muss noch mal genau nachkontrolliert werden. Man muss dabei den Zeitpunkt des Winning Runs genau bestimmen und herausfinden, welche Pitcher zu diesem Zeitpunkt im Einsatz waren. [OBR 9.17 und 9.19]

Bei der Bestimmung von Wins und Saves muss man auch auf die Länge des Spiels achten, d. h. auf die Anzahl der tatsächlich gespielten Innings. [SB 9.14]

H. PRÜFSUMMEN

H.1 Was sind Prüfsummen?

Prüfsummen sind einfache Formeln, mit denen die Statistikauswertung auf Fehler überprüft werden kann. Es wird dringend empfohlen nach jeder Auswertung die Prüfsummen komplett anzuwenden, um Zählfehler zu entdecken und zu beseitigen. [SB 11.5.5]

Drei Prüfsummen (Box Score Balance, Plate Appearances und Putouts) sind auf dem Scoresheet implementiert und müssen vom Scorer ausgefüllt werden.

H.2 Box Score Balance

PA (+ TIE) = PO + R + LOB

Die Anzahl der PA muss genauso groß sein, wie die Summe der ausgemachten Spieler (PO), der erzielten Runs (R) und der auf Base zurückgelassenen Läufer (LOB) [OBR Regel 9.03 c.].

Bei Einsatz eines Tie-Breaker-Läufers (Softball) muss die Formel auf der linken Seite um die Anzahl der Tie-Breaker-Innings korrigiert werden.

H.3 Anzahl Plate Appearances

PA = AB + BB + HP + SH + SF + IO

Die Anzahl der PA muss genauso groß sein, wie die Summe der At Bats und der Aktionen, die keine At Bats sind.

H.4 Anzahl Runs

R Offensivstatistik = R Gesamtinningsummation

Die Anzahl der Runs in der Offensivstatistik muss genauso groß sein, wie die Anzahl der Runs in der Gesamtinningsummation.

H.5 Anzahl RBI

RBI = (Runs, die durch X.. Home Plate erreichten) – (Runs, die während eines Force Double Play oder Reverse Force Double Play das Home Plate erreichten)

Die Anzahl der RBI muss genauso groß sein, wie die Anzahl der Läufer die durch ein X.. Home Plate erreichten (und nicht durch SB, WP, PB, BK, E, e, FC), abzüglich der Läufer, die während eines Force Double Plays einen Run erzielten.

H.6 Anzahl Hits

H Offensivstatistik = H Gesamtinningsummation

Die Anzahl der Hits in der Offensivstatistik muss genauso groß sein, wie die Anzahl der Hits in der Gesamtinningsummation.

H.7 Anzahl Putouts

PO = 3 × IP

Pro kompletten Inning muss es drei Putouts geben. Falls das letzte Inning nicht zu Ende gespielt wurde, weil das Spiel vorher von der Heimmannschaft gewonnen wurde, gibt es keine ganzzahlige Anzahl von Innings Pitched, z. B. 6 1/3. Die Formel gilt aber trotzdem.

H.8 Anzahl Errors

E Defensivstatistik = E Gesamtsummation

Die Summe der Errors in der Defensivstatistik muss mit der Anzahl der Errors in der Gesamtinningsummation übereinstimmen.

H.9 Batting = Pitching

Die Battingleistungen der einen Mannschaft müssen mit den Pitchingleistungen der anderen Mannschaft übereinstimmen: PA (= BF), AB, R, H, 2B, 3B, HR, K, BB, IBB, HP, SH, SF

H.10 Batting = Catching

Die SB und CS der einen Mannschaft müssen mit den SB und CS der Catcher der anderen Mannschaft übereinstimmen. Allerdings muss beachtet werden, dass es CS geben kann, an denen der Catcher nicht beteiligt war, z.B. CS 1-3-6.

I. SPIELBETRIEB

I.1 In welchen Ligen müssen die Scoresheets ausgewertet werden?

Die Scoresheets müssen in allen DBV-Ligen (also Bundesligen und Regionalligen) ausgewertet werden.

Alle Ligen unterhalb der Regionalliga unterliegen der Kontrolle der Landesverbände, so dass jeder Landesverband selbst festlegen kann, ob die Auswertung vorgenommen werden muss oder nicht.

I.2 Wohin müssen die Scoresheets geschickt werden?

Bundesligen und Regionalligen: An die jeweilige DBV Statistikstelle

Alle anderen Ligen: Statistikstellen oder Geschäftsstellen der Landesverbände

I.3 Wann müssen die Scoresheets abgeschickt werden?

In allen DBV-Ligen müssen die Scoresheets am ersten Werktag nach dem Spiel verschickt werden. [BUSPO 8.1.03]

In den Landesverbänden können abweichende Regeln gelten, die in der Durchführungsverordnung beschrieben sind.

I.4 Wer zählt die Einsätze der Scorer?

Die eingesetzten Scorer werden von den Statistikstellen erfasst und am Ende der Saison an den DBV und die Landesverbände gemeldet. Einsätze von Scorern, die in fremden Landesverbänden gescort haben, werden zwischen den Scorerobleuten der Landesverbände direkt ausgetauscht.

I.5 Was sind Scoringstrafen?

Scoringstrafen werden bei fehlerhaften Scoring oder bei Verstößen gegen die BuSpO verhängt. Scoringstrafen sollen eine abschreckende Wirkung haben und die Vereine motivieren, sich mehr um das Scoring zu kümmern. [BUSPO Anhang 6]

J. STATISTIKEN

J.1 Wofür braucht man Statistiken?

Für die Sichtung von Spielern für regionale und nationale Auswahlmannschaften und für All-Star-Games.

Für die Analyse der eigenen und der gegnerischen Spieler.

J.2 Wer erstellt Statistiken?

Statistiken für die Bundesligen und Regionalligen werden durch die Statistikstellen des DBV erstellt. [BUSPO 8.2.01]

Statistiken für alle anderen Ligen werden durch die Statistikstellen der Landesverbände erstellt.

J.3 In welchen Ligen werden Statistiken erstellt?

Zur Zeit werden in allen DBV-Ligen (1. Bundesliga Baseball, Bundesliga Softball, 2. Bundesliga und Regionalligen) Statistiken erstellt. Auf Landesverbandsebene wird die Statistikerstellung dagegen sehr unterschiedlich gehandhabt. Einige Landesverbände erstellen in allen Ligen Statistiken, einige nur in einem Teil ihrer Ligen und ein paar Landesverbände erstellen gar keine Statistiken.

J.4 Wie bekommt man Statistiken?

Statistiken für die Bundesligen und Regionalligen kann man auf der Webseite des DBV herunterladen (http://stats.baseball-softball.de/).

Statistiken der Landesverbände findet man (soweit vorhanden) auf den Webseiten der Landesverbände.

J.5 Warum gibt es in den Ranglisten Mindestwerte?

Bei allen Ranglisten, die auf Durchschnittswerten basieren (z.B. Batting Average) muss es ein Kriterium geben, das entscheidet, welche Spieler in die Rangliste aufgenommen werden. Das soll verhindern, dass Spieler, die nur sehr wenig Spiele absolviert haben, die Ranglisten anführen, obwohl ihre Durchschnittswerte nicht aussagekräftig sind. Deshalb gibt es für Batting-, Pitching- und Fielding-Ranglisten Mindestwerte für Plate Appearances, Total Chances und Innings Pitched. [OBR Regel 9.22]

J.6 Gibt es Scoringprogramme?

Es gibt verschiedene Programme zum Live-Scoring und zur Statistikauswertung und -verwaltung für den PC oder das Smartphone.

PC

Smartphone