Am Ende jubelten die Heideköpfe zwei Siege (Foto: Kienle, H.)

heidenheim heidekoepfe logo 100p Heideköpfe starten mit zwei Heimsiegen ins Halbfinalesolingen alligators logo 100p e1281030367559 Heideköpfe starten mit zwei Heimsiegen ins Halbfinale
Heidenheim Heideköpfe
Solingen Alligators
14:4 (7) und 8:5
Serie 2-0



von Thomas Jentscher

Der Respekt vor den Solinger „Alligatoren“ war und ist groß, doch am Samstag machten es die Heidenheimer Baseballer wie einst „Crocodile Dundee“ und zogen den Panzerechsen mit 14:4 und 8:5 die Zähne. Damit fehlt den hsb-Baseballern nur noch ein Sieg zum erneuten Einzug in die Endspielserie um die deutsche Meisterschaft.

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Die Alligators hatten nur Anfang des ersten Spiels die Nase vorn (Foto: Kienle, H.)

Spiel 1: Heideköpfe drehen frühen Rückstand
Dabei hätte in der ersten halben Stunde des Spieltags noch keiner der rund 300 Zuschauer im Heideköpfe-Ballpark mit solchen Resultaten gerechnet. Zumal die ohnehin schon personell ausgedünnten Heidenheimer zusätzliches Pech hatten: Pitcher Markus Winkler geriet bei der Anfahrt aus Stuttgart in einen gewaltigen Stau, hatte kaum noch Zeit, sich aufzuwärmen und sichtlich Mühe, seinen Rhythmus zu finden. Auch die Feldverteidigung begann etwas holprig, so kam gleich der erste Solinger durch einen Error auf Base. Dann missglückte Winkler ausgerechnet gegen Dominik Wulf ein Pitch; der Nationalspieler fackelte nicht lange und schlug den Ball zum 2-Run-Homerun übers Scoreboard.

Auch im zweiten Inning hatten die Alligators alle Bases besetzt, aber Sam Whitehead fing beim nächsten Schlag den Ball aus der Luft und vollendete zum Double-Play. Im dritten Inning legten die leicht favorisiert in die Serie gegangenen Gäste aber zwei Punkte nach und es sah düster aus, da die Heideköpfe bis dato gegen Solingens Werfer André Hughes keinen Stich gemacht hatten. Doch was die Heideköpfe im Gegensatz zu früheren Jahren auszeichnet, ist ihre mittlerweile erlangte Ausgeglichenheit in der Lineup. So war es auch diesmal Nummer-acht-Schlagmann Johannes Schäffler, der mit seinem Hit im Rückschlag des dritten Innings die Wende einläutete. Es folgte ein Walk für David Füßer und ein Double des im ersten Spiel überragend schlagenden Chris Beck zum 1:4. Nach Simon Gührings Sac Fly und Robert Grubers Hit waren die Platzherren auf einen Punkt herangekommen.

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Die Heideköpfe-Offensive kam immer besser ins Spiel (Foto: Kienle, H.)

Winkler wurde nun immer stärker, schickte die nächsten drei Alligators direkt zurück auf die Bank. Und im Angriff legten die HSBler gleich nach: Bei einem Aus kam DH Mic Weigl per Walk auf Base, Schäffler schlug ein Double und Füßer den Hit zum Ausgleich. Nach Walk für Beck, Hit von Gühring und Double von Gruber stand es gar 7:4 für die Heidenheimer und Solingen wechselte bereits den Pitcher. Aber auch Jens Cornelsen konnte die Heidenhiemer nicht stoppen. Nach einem Punkt im sechsten und drei weiteren im siebten Spielabschnitt durfte bei den überraschend schnell resignierenden Gästen auch noch Wulf als Werfer ran – gegen ihn markierten die Heideköpfe mit drei Hits in Folge die Zähler zum vorzeitigen 14:4-Abbruchsieg nach 10-Punkte-Überlegenheitsregel.

Spiel 1                  R  H E
SOL  2 0 2 0 0 0 0 - -   4 11 0
HEI  0 0 3 4 0 2 5 - -  14 15 3
WIN: Winkler, M. (3-0) LOSS: Hughes, A. (2-1)

Spiel 2: Hochklassiges Pitcherduell
Die Alligators hatten sich wohl frühzeitig auf das zweite Spiel eingestellt und auf die Künste ihres US-Pitchers Joshua Rickards verlassen. Der extrem schnell, aber ebenso sehr variantenreich werfende Linkshänder bot auch eine starke Leistung. Im Norden führt er so ziemlich alle Statistiken an, dort steht ihm aber auch kein Simon Gühring gegenüber. Der Heideköpfe-Catcher verwertete gleich im ersten Inning einen Fastball zum Homerun und zur 1:0-Führung.

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Josh Rickards bekam Heidenheim nie richtig in Griff (Foto: Kienle, H.)

Auf der anderen Seite gab Dusty Bergman einige Hits ab, zog aber mit wichtigen Strikeouts und auch dank seiner guten Defense im Rücken immer wieder den Kopf aus der Schlinge, musste nur im zweiten Inning den zwischenzeitlichen Ausgleich hinnehmen. Im Rückschlag praktizierten die Heidenheimer besten „small ball“. Schäffler kam durch Hit-by-Pitch auf Base, durch einen Sac Bunt von Füßer und nach Wild Pitch bis ans dritte Kissen und punktete schließlich beim Groundout von Beck nach Schlag auf die rechte Spielfeldseite.

Bei dieser knappen Führung blieb es bis in den fünften Abschnitt, dann hatten sich die Heideköpfe auf Rickards eingestellt. Erneut starteten Schäffler und Füßer die Rallye, nach vier Hits – darunter ein Double vom in dieser Partie überragend agierenden Matt Pali – und drei Walks stand eine 7:1-Führung für die Gastgeber zu Buche. Aber entschieden war noch lange nichts, denn ebenso wie Rickards hatte nun auch Bergman Probleme mit der Strikezonen-Auslegung des Umpires. Solingen verkürzte auf 4:7, und bei geladenen Bases verhinderte nur ein hervorragendes Double-Play über Beck, Whitehead und Pali Schlimmeres.

Bergman hatte nun schon viele Würfe im Arm, biss sich aber durch und brachte sein Team mit einer 8:4-Führung ins letzte Inning. Zwei Aus gelangen dem Heidenheimer Werfer noch, doch nach zwei Hits und zwei Walks der Alligators stand es nur noch 8:5 und die Bases waren erneut besetzt. So kam Martin Almstetter doch noch zum Einsatz (er war für die beiden Abschlussinnings im ersten Spiel bereits voll aufgewärmt). Bei seinem Wurf traf Florian Götze den Ball mit voller Wucht, doch Almstetter fing die Kugel mit einer Reflexbewegung – das Flyout zum Sieg.

Spiel 2                 R  H E
SOL  0 0 1 0 0 3 0 0 1  5 13 3
HEI  1 0 1 0 5 0 1 0 X  8 10 1
WIN: Bergmann, D. (2-0) LOSS: Rickards, J. (1-1)
SAVE: Almstetter, M. (1)
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Am Ende jubelten die Heideköpfe zwei Siege (Foto: Kienle, H.)

Grundlage für die Erfolge war neben der starken Offensive wieder einmal die Feldverteidigung, die sich nach wackligem Start gefangen hatte und allein im zweiten Spiel mit drei Double-Plays und blitzsauberen Flyouts aller hohen Flugbälle glänzte.

Nun steht das Tor zur Endspielserie offen, doch eine Entscheidung ist noch lange nicht gefallen, wie das Beispiel aus dem Viertelfinale zeigt, als Mannheim trotz 2:0-Führung noch 2:3 gegen den Nord-Zweiten Paderborn verlor.