ger ned 1 300x200 Kein Gold am Ende des Regenbogens

Beide Teams brachten zu Beginn des Spiels immer wieder Läufer auf Base (Foto: Eisenhuth)

Heidenheim (tkd). Im Spitzenspiel der Gruppe A musste sich Deutschland nach zähem Kampf nur knapp mit 0:3 gegen die Niederlande geschlagen geben. Vor 1.200 Zuschauern in Heidenheim sorgte Tief „Silke“ für einiges Chaos im siebten Inning. Beim Stand von 1:0 für die Niederlande musste die Partie rund 90 Minuten unterbrochen werden. Das deutsche Team wusste um seine historische Chance und half der Groundcrew im verzweifelten Kampf gegen die tiefen Pfützen im Infield.

Das holländische Team wartete derweil an der Spielerbank und wartete auf den Abbruch durch die Technische Kommission. Um 21:15 Uhr wurde das Spiel fortgesetzt und den Deutschen blieben noch zwei Innings das Spiel zu egalisieren. Letztendlich behielt der Favorit die Oberhand und Deutschland musste sich unglücklich geschlagen geben. Durch die Niederlage zieht das Team von Greg Frady als Zweiter in die Finalrunde ein und trifft am Donnerstag auf Griechenland.

Zu Beginn des Spiel hingen die Regenwolken schon bedrohlich an der Ostalb, aber Regen fiel noch nicht vom Himmel. Gleich im ersten Inning kam Sascha Lutz durch einen Fehler der Niederländer auf Base ehe ihn Jendrick Speer mit einem Opferschlag auf die zweite Base brachte. Hollands Werfer Leon Boyd konnte sich aber mit zwei Strikeouts aus dem Inning befreien.

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Tim Henkenjohann hatte die Niederländer gut im Griff. Foto: (c) Eisenhuth, G.

Auch Deutschlands Starting Pitcher Tim Henkenjohann fand schnell ins Spiel. Er schickte drei der ersten vier Niederländer zurück auf die Bank. Nur Raily Legito kam mit einem Walk auf die erste Base. Die deutsche Mannschaft näherte sich im dritten Inning erneut der Homeplate. Nachdem Lutz im ersten Inning bis auf die zweite Base kam, schaffte es der Leftfielder bei zwei Aus zur dritten Base. Ludwig Glasers Groundball reichte nicht und die Niederländer konnten sich aus dem Inning retten. So sollte es den Niederländern im Verlauf des Spiel auch immer wieder gelingen. Die Deutschen platzierten immer wieder Läufer auf Base, konnten daraus aber kein Kapital schlagen. Der dritte Error der Niederländer brachte Speer im sechsten Inning auf Base. Doch dem Europameister gelang es trotz eines weiteren Fehlers den deutschen Second Baseman auf dem Weg zum zweiten Base zu erwischen. Ein Walk an Glaser später hätte ihn gefahrlos zu eben dieser gebracht. So endete auch das sechste Inning ohne Run für die Nationalmannschaft mit einem Aus von Gühring.

Die Niederländer machten es im dritten Inning besser. Henkenjohann gab insgesamt drei Walks im Inning ab, einen davon gegen Sidney de Jong bei geladenen Bases zur 1:0-Führung der Holländer. Davor konnte er noch Schlimmeres mit einem Strikeout gegen den vierten Schlagmann der Niederländer, Bryan Engelhardt, verhindern. Zum Abschluss des Innings zwang der lange Norddeutsche Schlagmann Bas de Jong zu einem hohen Flugball ins Outfield.

Es sollte vorerst die einzige Schwäche von Henkenjohann bleiben. Unterstützt von einer starken Defensive hielt der Rechtshänder die Niederländer bei nur einem Run. Im sechsten Inning retteten zwei spektakuläre Spielzüge den deutschen Pitcher. Glaser stoppte einen Schlag der Niederländer mit einem sehenswerten Hechtsprung zum ersten Aus und Shortstop Edward Martinez beendete das Inning mit einem Wurf hinter dem Rücken aus vollem Lauf an das zweite Base und verhinderte so den zweiten Run für die Niederlande.

Der Europameister stand den Deutschen aber nichts nach. Beste deutsche Chancen wurden durch zwei Verteidigungsspielzüge von First Baseman Bas de Jong und einem beeindruckenden Fang des Centerfielders Danny Rombley aus vollem Lauf. Obwohl Rombley vor dem Zaun nicht mehr bremsen konnte und in die Schutzmatten krachte, behielt er den Ball im Handschuh.

Weitere Chancen für eine mögliche Aufholjagd bekam das Team von Greg Frady nicht mehr. Henkenjohann hatte ein überragendes Spiel geworfen und nur im dritten Inning eine kleine Schwächephase. Mit vier Strikeouts und nur vier zugelassenen Hits hatte der deutsche Pitcher seine Mannschaft bis zur Regenunterbrechung im Spiel gehalten. Die lange Pause brachte Eugen Heilmann auf dem Mound. Die Niederländer fanden schneller ins Spiel und ein Ball ins Outfield von Engelhardt brachte das 2:0 bei einem Aus. Heilmann fand nach einem weiteren Schlag von Sidney de Jong in sein Spiel und schickte Bas de Jong mit einem Strikeout auf die Bank und beendete das Inning mit einem Aus an der ersten Base.

Auch für Leon Boyd war der Arbeitstag mit der Regenpause beendet. Arshwin Asjes ging im achten Inning auf den Wurfhügel. Deutschland schaffte es den potentiellen Ausgleich an die Platte zu bringen. Bassel und Lutz waren auf Base und Speer hämmerte den Ball die Linie am Leftfield entlang. Doch wieder gelang es den Niederlanden sich mit zwei starken Defensivaktionen schadlos aus dem Inning zu befreien.

Eine Chance sollte sich Deutschland noch bieten. Heilmann hatte das achte Inning mit Hilfe von Martinez souverän abgewickelt und die deutsche Offensive trat ein letztes Mal an die Platte. Es sollte eines der wenigen Innings des Spiels sein in dem Deutschland keinen Läufer auf Base bringen konnte.

Das Wetter war heute nicht der einzige Gegner der Deutschen. Am Ende musste man sich einem Team geschlagen geben, welches die wenigen Chancen auf Punkte eiskalt ausnutzte. Mit einem Sieg und einer Niederlage ziehen die Gastgeber nun in Finalrunde und haben immer noch gute Chancen auf ein erfolgreiches Ende der Mission Edelmetall.

Stimmen zum Spiel:

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Greg Frady, Foto: (c) Eisenhuth

Greg Frady (Headcoach, Deutschland): „Wir haben mit sehr viel Herz gespielt und auf Augenhöhe mit Holland gespielt. Es war insgesamt ein sehr hochklassiges Spiel und Holland hatte zwei gute Hits als sie diese wirklich brauchten. Das ist die Stärke eines Top-Teams.“

„Der holländische Pitcher war sehr stark, aber wir hatten das Gefühl, dass wir ihn werden knacken können. Ein großes Kompliment an Tim Henkenjohann. Er hat uns die ganze Zeit im Spiel gehalten und uns die Möglichkeit gegeben jenes zu gewinnen.“

„Ich bin sehr stolz auf meine Jungs. Morgen ist ein neuer Tag und wir werden in der Finalrunde alles geben.“

Jim Stoeckel (Manager, Niederlande): „Es war ein sehr ungewöhnliches Spiel für uns und wir sind sehr froh es am Ende noch gewonnen zu haben.“

„Wir wollten den Spielabbruch aber die Verantwortlichen haben anders entschieden.“

„Kompliment an das deutsche Team. Wir mussten alles geben um den Sieg davonzutragen.“

„Der deutsche Pitcher war sehr gut. Er hat uns mit seinen Effetwürfen aus dem Rhythmus gebracht.“

„Uns ist egal, ob wir in der Finalrunde auf Schweden oder Spanien treffen.“

Tim Henkenjohann (Pitcher, Deutschland): „Ich habe schon viele dieser Spiele gehabt. Wir hatten die USA und Kuba auch schon am Rande einer Niederlage gehabt.“

„Wir wussten, dass wir mit den Topteams mithalten können. Aber natürlich ist es schade heute wieder keinen der Großen geschlagen zu haben.“

Dominik Wulf (Third Baseman, Deutschland): „Wir wussten, dass die holländische Mannschaft großen Respekt vor uns hat. Seit 10 Jahren versuche ich mit der Nationalmannschaft die Holländer zu schlagen. Heute wäre es an der Zeit gewesen.“

„Vielleicht ist es besser die Holländer im Finale zu schlagen!?“

Edward Martinez (Shortstop, Deutschland): „Wir hatten heute leider das Glück nicht auf unserer Seite.“

„Der knapp gefangenen Ball von Jendrick Speer ist dafür ein gutes Beispiel und hätte die Wende bringen können. Aber wir müssen nach vorne schauen. Wir spielen morgen gegen Griechenland und müssen bereit sein morgen einen Sieg einzufahren um unseren Traum von einer Medaille zu verwirklichen.“

Leon Boyd (Pitcher, Niederlande): „Es war für uns das bisher schwierigste Spiel.“

„Ich habe großen Respekt vor der Leistung der deutschen Mannschaft.“

Sidney de Jong (Catcher, Niederlande): „Wir wussten, dass Deutschland neben uns die beste Mannschaft der Gruppe sein würde.“

„Ich bin beeindruckt, dass das deutsche Team selbst mitangepackt hat um das Wasser zu bändigen.“

„Für uns wäre es ein Traum in Deutschland am Sonntag gegen die Deutschen in Stuttgart im Finale zu stehen.“

Eugene Kingsale (Outfielder, Niederlande): „Die Geduld war heute der Schlüssel zum Sieg für uns.“