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HSV Stealers vs. Paderborn Untouchables 5:6 und 4:0
Vulkan sorgt für Überraschung

von Michael Kujoth

Dank ihrer bisher besten Saisonleistung ist den HSV Stealers in der ersten Baseball-Bundesliga eine große Überraschung gelungen. Gegen die zuvor unbesiegte Mannschaft der Paderborn Untouchables gewannen sie am Sonnabend das zweite Spiel des Tages überzeugend mit 4:0. Auch schon in der ersten Partie wäre ein Erfolg möglich gewesen, doch am Ende stand eine knappe 5:6-Niederlage gegen die favorisierten Ostwestfalen. Mit nunmehr drei Siegen und drei Niederlagen haben die Stealers in der Tabelle der Nordgruppe weiterhin die Play-offs fest im Blick.

Dabei waren die Voraussetzungen für die HSV Stealers vor den beiden Heimspielen gegen Paderborn alles andere als günstig. Denn der schwedische Pitcher Joakim Claesson, der eigentlich am Freitag von seinem kurzen Heimataufenthalt in Stockholm wieder nach Hamburg zurückkehren wollte, wurde Opfer des eingestellten Flugverkehrs über  Deutschland und Skandinavien und blieb in Schweden. Zudem litt auch der erfahrene Starting Pitcher Marcel Brede an einer Reizung der Achillessehne und fiel aus. Und auch Outfielder Christian Schöttler musste kurz vor Spielbeginn mit Kreislaufproblemen passen.

Spiel 1: Aufholjagd bleibt erfolglos
Die Stealers aber ließen sich davon nicht beeindrucken und gingen schon im ersten Inning durch Runs von Michael Kujoth und Thomas Riedner mit 2:1 in Führung. Danach dominierten in den folgenden vier Innings auf beiden Seiten die Pitcher Daniel Harms (Stealers) und Eugen Heilmann (Paderborn) sowie die Defensivreihen das Geschehen, so dass kein weiterer Run erzielt wurde.

Das änderte sich erst im sechsten Inning. Als die Stealers mit 2:3 in Rückstand geraten waren und zudem alle drei Bases durch Paderborner besetzt waren, übernahm der bisherige Firstbaseman Thomas Riedner die Position des Pitchers. Er konnte aber auch nicht verhindern, dass die Untouchables ihre Führung auf 6:2 ausbauen konnten. Es spricht für die Moral und Leistungsfähigkeit der Stealers, dass sie sich in dieser Situation ins Spiel zurückkämpften und auf 5:6 verkürzten.

Zum durchaus möglichen Ausgleich aber kam es nicht mehr. Andererseits ließ der für die letzten beiden Innings als Pitcher eingewechselte Eric Harms auch keinen Run der Paderborner mehr zu.

Game 1

R H E LOB
Paderborn Untouchables 100 005 000 06 10 00 10
HSV Stealers 200 000 120 05 09 02 07

WP: EHeilmann (2-0), LP: DHarms (1-2), S: Hinz (1)
Meier (PAD) 2 for 4; Schonlau (PAD) 3 for 5; Rousseau (HSV) 2
for 4; von Soosten (HSV) 2 for 4; de Vos (HSV) 2 for 4
Riedner (HSV) 2.0 IP, 0 R; EHarms (HSV) 2.0 IP, 0 R

Spiel 2: Mit Notlösungen zum Erfolg
Ins zweite Spiel gingen die Stealers erst recht als Außenseiter, weil sie als Startingpitcher auf Stefan Kruse aus der zweiten Mannschaft setzen mussten, während die Untouchables wie gewohnt ihren starken Amerikaner Daniel Meier einsetzten.

Doch schon im ersten Inning zeigte sich, dass Kruse dieser Aufgabe sehr wohl gewachsen war, während der Paderborner Meier keineswegs so dominant wie befürchtet war. Thomas Riedner erzielte denn auch mit seinem Run die frühe 1:0-Führung. Diese bauten im vierten Inning Philipp von Soosten, Marcel de Vos und Gordon Shaw auf 4:0 aus. Kruse hielt sich bis ins siebte der neun Innings schadlos, ehe er von Trainer Jens Hawlitzky auf dem Wurfhügel abgelöst wurde. Auch er konnte die Paderborner Schlagmänner in Schach halten, so dass auch dank einer bis zum Ende überzeugenden Defensivleistung ein 4:0-Sieg gefeiert werden konnte.

Game 2

R H E LOB
Paderborn Untouchables 000 000 000 00 04 01 07
HSV Stealers 100 300 00X 04 08 02 11

WP: Kruse (1-0), LP: Meier (1-1)
Meier (PAD) 7.0 IP, 4 R, 1 ER; Kruse (HSV) 6.2 IP, 0 R, 2 H;
Hawlitzky (HSV) 2.1 IP, 0 R

Trainer Jens Hawlitzky sagte nach den beiden Spielen: „Wir haben trotz der Hiobsbotschaften immer an uns geglaubt und heute gezeigt, dass wir mit allen Teams der Liga mithalten können, wenn wir unser Potenzial abrufen. Wir müssen uns vor keinem verstecken. Die Mannschaft hat heute den Lohn für die harte Arbeit bekommen, die sie im Training leistet. Unsere Kurve zeigt eindeutig nach oben.“Hawlitzky stellte aber auch klar, dass er sich selbst nur als Notlösung als Pitcher sieht: „Es wird sicher nicht so oft vorkommen, dass ich selbst spiele